Vier Kinder hatten keine Lebenschance. Der „Fall“ jenes Paares, das vier neugeborene Babys tötete, hat am vergangenen Wochenende die Schlagzeilen beherrscht. Wie konnte es dazu kommen? Diese Frage wurde immer wieder gestellt. Beantwortet kann sie wohl kaum werden. Die Justiz, auch Psychologen, werden versuchen, diesem Fall „gerecht“ zu werden.
Für jene, die sich aus Zeitungsberichten, Fernseh- und Radiokommentaren ihr Bild gemacht haben, gilt es nun, von diesem einen Fall die vielen Fälle zu bedenken. Wie willkommen sind Kinder in dieser Welt? Es ist nicht immer gleich der Extremfall, der in einer Abtreibung oder – wie in diesem Fall – im Töten von Neugeborenen endet. Österreichs Verfassungsrichter beschäftigen sich zurzeit mit der Frage, ob die Besserbewertung von Kindererziehungszeiten nicht verfassungswidrig sei, weil sie dem Gleichheitsgrundsatz widerspreche.
Das Beispiel zeigt, dass noch lange nicht selbstverständlich ist, was selbstverständlich sein sollte. Wer Kinder in die Welt setzt, muss vieles in Kauf nehmen. Viele tun das selbstverständlich. Ihre Kinder sind ihnen ans Herz gewachsen und sie gäben vieles für sie. Es gibt aber auch Menschen, die sich vor Probleme gestellt sehen, die ihnen unlösbar scheinen. Nicht einen Fall, sondern viele Fälle. Österreichs Verfassungsrichter werden sich hoffentlich nicht an den Klagen aus der Neidgesellschaft orientieren. Wenn in der Nacht die Kinder schreien – da hilft ja auch kein Verfassungsrichter und kein Gleichheitsgrundsatz.