In Tirol baut die Brenner-Eisenbahn-Gesellschaft einen Tunnel zwischen Vomp und Terfens. Auf der Baustelle leisten auch 50 polnische Tunnelbauer Schwerstarbeit. Dafür bekommen sie neun Euro pro Stunde. Das ist die Hälfte des regulären Lohns eines Tunnelarbeiters. Außerdem müssen sie täglich zwölf Stunden durcharbeiten, was die Verletzungsgefahr deutlich erhöht. Das alles ist derzeit noch illegal. Aber es entspricht genau der „schönen, neuen Arbeiterwelt“, wie sie die EU anstrebt. Die geplante Dienstleistungsrichtlinie sieht vor, dass z. B. wie in Vomp ein polnisches Unternehmen im Ausland zu polnischen Löhnen und Arbeitsgesetzen werken lassen kann. Das ist wohl die Perversion der EU als Sozial- und Solidargemeinschaft.
Hans Baumgartner
Simbabwe braucht dringend Hilfe
Wieder einmal hat Pius Ncube auf die unhaltbaren Zustände in Simbabwe hingewiesen. Der Erzbischof von Bulawayo, von Staatschef Mugabe mehrfach als „Lügner“ und „Trottel“ beschimpft, hat erneut auf die unhaltbare Situation aufmerksam gemacht: ab Februar 2006 drohen 200.000 Menschen zu verhungern, sollte nicht sofort die entsprechende Hilfe anlaufen. Dann wird jede/r Vierte in dem Land auf Lebensmittelhilfe angewiesen sein. Dabei galt Simbabwe noch vor kurzem als Vorratskammer Afrikas. Aber Mugabe und dessen hoffnungslos bankrotte Regierung hat mit der Landreform das Volk in den Hunger(tod) getrieben. Und selbst als zuletzt 700.000 Menschen durch Willkür der Regierung obdachlos geworden sind, ist das hierzulande nicht einmal beachtet worden.