Ihr Europäer seid kalt – und obwohl ihr so viel euer Eigen nennt und obwohl ihr es euch auf eurem Kontinent sehr bequem eingerichtet habt, versteht ihr doch nicht, euch des Lebens auch zu erfreuen. Ihr habt einfach keine Zeit dafür.So bekommt man es immer wieder von Leuten zu hören, die aus den angeblichen Elendskontinenten der Welt kommen – wo Armut alltäglich ist. „Ich habe nirgends soviel Freude erlebt wie dort“, erzählte einer, der dort gewesen ist.
Auf Fan-Meilen und in Fußballstadien gehen zurzeit die Emotionen hoch. Tausende Menschen – voll Leidenschaft. So emotionslos, unfähig zu Freude und Trauer, können die Europäer doch nicht sein. Etwas von diesem Mitfreuen, Mitfiebern und auch Mitleiden müsste man mit hinübernehmen können in die anderen Lebensbereiche, die oft so leidenschaftslos geworden sind – auch in die Kirchen.
Da bleibt der Beifall für das Gute oft aus, wird einfach still und schweigend zur Kenntnis genommen. Da bleiben die Buhrufe gegen das Unrecht aus, wenn jemandem weh getan wird. Da fehlt es an Mitfiebern und Mitleiden mit jenen, die in den Niederlagen des Lebens stecken. Wer in die Bibel blickt, sieht: Glaube ist nie ohne Leidenschaft.