Ausgabe: 2008/24, Kopf der Woche, Petra Navara-Unterluggauer, Globale Verantwortung
11.06.2008
- Hans Baumgartner
Die neu gegründete Arbeitsgemeinschaft „Globale Verantwortung“ hat Petra Navara-Unterluggauer zu ihrer ersten Vorsitzenden gewählt. Sie will eine starke Stimme für die Armen sein.
Im Dezember 2007 haben 23 Organisationen (NGOs) aus dem Bereich der Entwicklungszusammenarbeit und der humanitären Hilfe die neue Arbeitsgemeinschaft „Globale Verantwortung“ gegründet. „Wir wollen damit mehr Gehör in der Öffentlichkeit und in der Politik finden und wir wollen neue Formen der Zusammenarbeit aufbauen“, nennt Petra Navara als Ziele. Die in der Entwicklungspolitik tätigen Organisationen mussten in der Vergangenheit immer wieder feststellen, dass sie mit ihren Anliegen von den Medien und der Politik zu wenig ernst genommen wurden. „Wir merken schon jetzt, dass uns da starke Partner wie die Caritas oder das Rote Kreuz, die durch ihre Inlandsarbeit einen guten Ruf bei der Bevölkerung haben, sehr hilfreich sind“, sagt Navara. „Auf der anderen Seite profitieren auch diese von unseren Erfahrungen und Kontakten in den armen Ländern, wenn es darum geht, nach der unmittelbaren Katastrophenhilfe längerfristige Entwicklungsprogramme für die betroffenen Menschen aufzubauen.“
Bereicherung. Die Lienzerin Navara-Unterluggauer (45) hat in Wien Völkerkunde und Afrikanistik studiert. Seit fast 20 Jahren ist sie in Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit tätig. Vor sieben Jahren übernahm sie bei der kirchlichen Entsendeorganisation Horizont3000 die Leitung des Personalprogramms. „Die Arbeit mit den Projektpartnern in den armen Ländern ist für mein eigenes Leben eine große Bereicherung“, sagt Navara.
„Unsere wichtigsten Ziele sind: die Durchsetzung eines Stufenplans zur Anhebung der Entwicklungshilfemittel auf die seit 1970 versprochenen 0,7 Prozent (des BNE) und die Schaffung eines Auslandskatastrophenfonds, um rasch helfen zu können, auch dort, wo es keine große mediale Aufmerksamkeit gibt.“