Menschen, die Erlebtes oder das, was sie bewegt nicht mit Worten ausdrücken können, kann Musiktherapie helfen.
Ein Fernseh-Krimi ohne die spannende Musik würde nur halb so spannend sein und romantische Filme könnten ohne Musik kaum auf die Tränendrüse drücken. Mit Musik kann man Menschen auch psychisch behandeln.
Hören und gehört werden. „Musiktherapie begreift den Menschen als hörendes und gehört werden wollendes Wesen“, sagt die Musiktherapeutin Katharina Fuchs. Sie arbeitet in der Landesnervenklinik Wagner-Jauregg in Linz und freiberuflich. Es gibt zwei Möglichkeiten für Musiktherapie: Entweder nehmen Menschen Musik wahr, die der Therapeut oder die Therapeutin ihnen vorspielt, oder sie probieren selbst, sich musikalisch auszudrücken – mit einfach spielbaren Instrumenten. Manchen Menschen hilft es, schöne Musik zu schaffen, im Zusammenspiel mit anderen Patienten oder mit der Therapeutin. Sie erleben dabei zum Beispiel, dass sie etwas gestalten können. Andere möchten Gefühle ausdrücken, die sie nicht in Worte fassen können, und das kann auch „schiach“ und dafür befreiend sein.
Breites Arbeitsfeld. Weil Musiktherapie auch ohne Worte auskommt, ist sie für verschiedenste Menschen geeignet: Sie kann in der Schmerztherapie eingesetzt werden oder bei psychisch Kranken, in der Arbeit mit behinderten oder alten Menschen, mit Kindern und Jugendlichen. Wenn es möglich ist, wird das Erlebte in Worte gefasst, „um das musikalisch Erlebte auch sprachlich zu verarbeiten“, wie Katharina Fuchs erklärt. Seit zwei Wochen gibt es in Österreich ein Berufsgesetz für Musiktherapeut/innen, das allerdings erst 2009 in Kraft tritt. Damit ist geregelt, wer Musiktherapie anbieten darf.
- Musiktherapie im Internet: www.musiktherapie.at; Homepage des Verbandes der Österreichischen Musiktherapeut/innen: www.oebm.org