Kopf der Woche: Angela Magenheimer, Ehe ohne Grenzen
Ausgabe: 2008/25, Angela Magenheimer, Familienleben, Ehe ohne Grenzen, Kopf der Woche
18.06.2008
- Hans Baumgartner
Seit zwei Jahren kämpft Angela Magenheimer für das Recht von Österreicher/innen, mit dem Menschen, den sie lieben, im eigenen Land als Familie leben zu dürfen.
„Ich war außer mir und wollte mir das nicht gefallen lassen, wie mein Mann und ich von den Behörden behandelt wurden“, sagt Angela Magenheimer über den Beginn ihres Engagements. Was war geschehen? Die Wiener Kindergartenpädagogin hatte 2005 einen Nigerianer geheiratet. Auf Aufforderung der Behörden hat dieser seinen Asylantrag zurückgezogen, weil er als Ehemann einer Österreicherin ohnedies eine Aufenthaltserlaubnis bekommen würde. Der Antrag wurde monatelang liegen gelassen. Plötzlich war ihr Ehemann mit dem Inkrafttreten der neuen Fremdengesetze (1. 1. 2006) ein Illegaler, den man jederzeit in Schubhaft nehmen oder abschieben konnte. „Wir hatten große Angst, weil damals tatsächlich viele Ehepartner in Schubhaft kamen“, erzählt Magenheimer.
Im Frühjahr 2006 waren Magenheimer und ihr Gatte eingeladen, bei einer Pressekonferenz über ihre Lage zu berichten. „Dort trafen wir einige Paare mit einem ähnlichen Schicksal. Wir verabredeten, uns zu treffen. Beim ersten Mal waren wir vielleicht ein Dutzend Paare, zwei Monate später kamen bereits 180 Leute. Wir haben daraufhin beschlossen, im Herbst 2006 den Verein ,Ehe ohne Grenzen‘ zu gründen.“ Als Ziele nennt Magenheimer: Die Vernetzung und der Informationsaustausch unter den betroffenen Paaren, wodurch die Opfer immer mehr zu Expert/innen in eigener Sache wurden; die Informations- und Lobbyarbeit und die Beratung (ca. 1000 Paare im Jahr 2007). (siehe auch Panorama) Angela Magenheimer: „Ich wünsche mir, dass das Recht auf ein Familienleben mit dem Menschen, den ich liebe, endlich für alle gilt.“