Mit Fremdsein, Toleranz und den eigenen Grenzen setzte sich eine Gruppe von Jugendliche bei Otherside - einem Projekt des Linzer Lehrlingszentrums Zoom - ein Wochenende lang auseinander.
So jung und schon schwanger?, murmeln sie. Die Fahrgäste starren auf Christines Bauch, der sich unter dem Shirt hervorwölbt. Höchst unangenehm, findet das die 15-jährige und steigt aus der Straßenbahn aus. Jetzt ist sie sehr froh, dass sie die Rolle der schwangeren Jugendlichen nur gespielt hat. Christine ist eine von 15 Jugendlichen, die am Projekt „Otherside-Aufregend anderes erleben“ teilnehmen. Mittels versteckten Theater probieren die Jugendlichen im Stadtdschungel von Linz aus, in der Haut von Menschen zu schlüpfen, die es nicht immer ganz leicht haben, weil sie anders sind. Wie eben schwangere Teenager. Oder Musliminnen mit Kopftuch. „Das Kopftuch tragen ist aufregend. Da musste ich zwar g’scheit über meinen Schatten springen. Ich habe aber auch gelernt, dass Fremdes oder Neues nicht immer automatisch etwas Schlimmes ist“, erzählt Elisabeth (15).
Wer sich traut ... Über den eigenen Schatten springen heißt es auch dann, als die Jugendlichen versuchen, in der Linzer Innenstadt eine Büroklammer gegen wertvollere Dinge einzutauschen. Der Ferrari ist es zwar am Ende nicht geworden, aber immerhin ist aus einer Büroklammer ein USB-Stick geworden. „Wenn man sich traut, funktioniert’s“ sagt Eva (20). Als Abschlusshighlight geht’s nach Kirchschlag in den Klettergarten. Dort testeten sowohl die Jugendlichen als auch die Begleitpersonen ihre persönlichen Grenzen. Nach einer Reflexion des Wochenendes ging’s am Nachmittag geschlaucht, aber glücklich nach Hause!