Das Cover als Abbild der Musik: Alles auf „To Survive”, dem neuen Album von Joan Wassers Bandprojekt Joan As A Policewoman, wirkt zerbrechlich, ungeschützt, filigran, nackt. Indem sie „Honor Wishes” mit einer starken Jazznote unterlegt, wagt die Chanteuse gleich zu Beginn den Sprung ins kalte Wasser, ohne dabei baden zu gehen. „Holiday“ gibt sich dann betont beswingt und in „To Be Loved” lässt Wasser die Soulsängerin erklingen.Und wenn dann zu „To Be Lonely” das ohnehin zart instrumentalisierte Album noch weiter reduziert wird, kommt einem Joan Wasser so nahe, dass es beinahe unerträglich, fast schmerzhaft ist. Selten versprühte ein Song dermaßen viel Intimität. „The Start Of My Heart” ist der Sand, der uns zwischen den Fingern davonrinnt. Und dann das grandiose Duett mit dem Schmachtweltmeister Rufus Wainwright im finalen „To America”, das als sanfter Protestmarsch in die Zielgerade einbiegt: „To America, America / Alone Alone Alarm Alive / I Am The Hunter / And I Am The Hunted / Alone Alone Alarm Tonight” Joan Wasser hat mit „To Survive” große Gefühle an die Leinwand geworfen, die so an die Nieren gehen, dass es sich beim bloßen Hören anhört, als ginge es ums nackte Überleben. Und irgendwie lässt sie uns dann doch davonkommen – gerade mal so.
- Joan as a Policewoman – To Survive (erschienen bei Pias Recordings).