Kopf der Woche: Sr. Bertholde Polterauer, Simbabwe
Ausgabe: 2008/26, Von Glauben getragen, Sr. Bertholde Polterauer, Simbabwe, Mission, Noviziathaus, Marianhiller Missionsschwestern, Kloster Wernberg, Kärnten
25.06.2008
- Susanne Eller
1961 ist Sr. Bertholde Polterauer in die Mission nach Simbabwe gesendet worden. Momentan ist die Missionarin und gebürtige Schlierbacherin auf Heimatbesuch bei ihrem Bruder im oberösterreichischen Nußbach.
Lange Zeit war Sr. Bertholde im Noviziathaus der Mariannhiller Missionsschwestern vom Kostbaren Blut in Simbabwe die einzige Weiße unter Schwarzen. Doch damit hatte sie nie Schwierigkeiten. „Ich habe mich von den Einheimischen immer angenommen gefühlt“, sagt die Ordensfrau. Um mit den Leuten reden zu können, habe sie die zwei Haupteingeborenen-Sprachen Schona und Ndebele gelernt. „Das bringt einem die Leute gleich nahe“. Immer wieder hat Sr. Bertholde schwierige Zeiten in Simbabwe miterlebt, so auch jetzt. Doch der Glaube habe sie stets getragen.
Berufung. Schon als Kind hat sich Sr. Bertholde zur Mission berufen gefühlt. „Zu meinen Schulkameradinnen habe ich gesagt, wenn ich groß bin, gehe ich zu den Armen in der Welt und sag ihnen, dass es einen Vater im Himmel gibt, der sie gernhat.“ Bevor sie 1957 ins Kloster Wernberg in Kärnten eintrat, hat sie über drei Jahre in der Küche im Stift Schlierbach gearbeitet. Mittlerweile lebt die Missionarin seit 47 Jahren in Simbabwe. Zuletzt war sie acht Jahre Oberin im Provinzialhaus in Bulawayo. „Wenn ich nach meinem Heimaturlaub Ende August wieder nach Simbabwe fliege, wartet eine neue Aufgabe auf mich. In Marondera, 100 km südlich der Hauptstadt Harare, werde ich in einem Waisenhaus für Aidswaisenkinder arbeiten. Die Kleinen mit ein bis zwei Jahren brauchen unsere Hilfe ganz besonders, da sie am schwersten unterkommen“, so Sr. Bertholde. Am 1. Juli wird sie 70 Jahre alt.
Sr. Bertholde Polterauer: „Im Leiden wächst man mit den Leuten zusammen. In schwierigen Zeiten bete ich viel, um Kraft zu haben. Der Glaube hat mir immer geholfen und mich getragen.“