Ein Puppenkopf in einer leblosen Landschaft; ein Vogel, der einem Flugzeug ähnelt; eine gläserne Kugel, die schwebend, ohne Bewegung, in einer Position verharrt. Phantastische, magische Bildwelten entstehen, die an Vorhandenes, Bekanntes anknüpfen und dennoch irreal wirken. Sie fordern die Betrachter/innen auf, die eigene Phantasie in Gang zu bringen. Was sehe ich? Was will ich sehen? Das hier gezeigte Bild trägt den Titel „Windstille“. Der Künstler Ludwig Schwarzer hat dieses Werk 1965 geschaffen. Puppen- und Kinderköpfe, Marionetten und Fabelfiguren in einer steril wirkenden Umgebung sind Motive, die häufig bei Schwarzer vorkommen. „Jegliche Illusion lebendiger Natur bleibt ausgeschaltet. Die tiefen Bildräume sind ohne Atmosphäre. Die Lautlosigkeit ist sichtbar geworden und mit der Leblosigkeit verschwistert“, war 1971 in einem Kunstmagazin anlässlich einer Ausstellungseröffnung zu lesen. Schwarzer, 1912 in Wien geboren, lebte und arbeitete seit 1940 in Linz. Er erhielt für sein Schaffen zahlreiche Preise und gestaltete etliche Einzelausstellungen im In- und Ausland. Mit seinen ungewöhnlichen Bildwelten sorgte er immer wieder für Aufregung. Er starb 1989. Am 5. Juli wird nun im Kunstmuseum Artemons in Hellmonsödt eine Ludwig-Schwarzer- Ausstellung eröffnet, in der an die 200 Werke des Künstlers präsentiert werden.
- Dauer der Ausstellung: bis 28. 12., geöffnet: Sa. und So., 10 bis 18 Uhr, Info: www.artemons.at