Gemeinsam entzündeten Papst Benedikt und Patriarch Bartholomaios die Paulus-Flamme, gemeinsam beteten sie das Glaubenbekenntnis. Die Eröffnung des Paulus-Jahres wurde zum ökumenischen Ereignis.
Gemeinsam eröffneten Papst Benedikt und das Ehrenoberhaupt der orthodoxen Kirche, Patriarch Bartholomaios, das von beiden Kirchen ausgerufene Paulus-Jahr. Es war ein beeindruckendes Bild, als Papst Benedikt und Patriarch Bartholomaios gemeinsam mit zahlreichen Kirchenvertretern aus jenen Ländern, in denen der Apostel Paulus gelebt und gewirkt hat, am Vorabend des Festes Peter und Paul zur feierlichen Vesper in die Basilika St. Paul vor den Mauern einzogen. Gemeinsam entzündeten sie im Atrium der Basilika die Flamme, die das ganze kommende Jahr an den Völkerapostel erinnern soll. Gemeinsam betonten sie, dass sie sich von der Besinnung auf das Erbe des Paulus neuen Schwung für die Ökumene erwarten, bis hin zur Einheit am Altar. Paulus‘ Botschaft solle die Richtschnur für die Einheit der Christen sein, meinte der Papst. Das Entscheidende für Paulus war, so Benedikt XVI., dass sein Glaube nicht bloß Theorie war, sondern ein „persönliches Getroffensein von der Liebe Gottes“
. Einen Meileinstein in der Ökumene setzte die Gestaltung des Festgottesdienstes. Nach dem gemeinsamen Einzug nahmen Papst Benedikt und Patriarch Bartholomaios unter dem Baldachin von St. Peter Platz. Das Evangelium wurde in lateinischer und griechischer Sprache vorgetragen. Entgegen allen liturgischen Regelungen kam es anschließend zu einer „Doppelpredigt“, bei der beide Kirchenführer die Bedeutung des gemeinsamen Zeugnisses der Kirchen in einer Welt der aufbrechenden Gegensätze betonten. Anschließend beteten beide das Große Glaubensbekenntnis der alten Kirche. Während der Eucharistiefeier verließ der Patriarch den Altarraum, ein gerade an diesem Tag schmerzendes Zeichen für die immer noch getrennte Christenheit. Wieder vereint erteilten sie den Schlusssegen.