Kleidung mit religiösen Botschaften ist in Westafrika nichts Ungewöhnliches. „Es ist faszinierend: Männer, Frauen und Kinder tragen Kleidung aus Stoffen, die mit verschiedenen religiösen Motiven bedruckt sind. Anlässe für den Druck eines neuen Stoffes sind Feste, Jubiläen von Diözesen oder die Weihe eines neuen Bischofs“, erklärt Verena Egger, Afrikareferentin der Caritas Tirol. Seit über 35 Jahren unterstützt die Caritas Tirol Projekte in Burkina Faso und Mali. Dabei stoßen die Mitarbeiter/innen immer wieder auf „Modespezialitäten“. Die Caritas hat die Stoffe von 24. Juni bis 3. Juli im Haus der Begegnung in Innsbruck präsentiert. Seit den 60er Jahren stellen die Menschen in Westafrika Stoffe mit Motiven her, die zu bestimmten Festen passen. Die Bedeutung der Motive ist vielfältig. So sei die Abbildung von Mutter Teresa „ein Symbol für Solidarität“, erklärte Eric Bayala, Student aus Burkina Faso, bei der Podiumsdiskussion anlässlich der Ausstellungseröffnung. Die Kulturwissenschafterin Helga Treichl hingegen geht davon aus, dass die Kleidung eher zur Reklame dient und religiöse Botschaften nicht immer dem entsprechen, was der Träger wirklich denkt.