Alem, Muslim aus der 4. Klasse der VS Traun, war in der Vorwoche das erste Mal in einer Kirche. Peter, Anna und Marlies waren das erste Mal in einer Moschee. Die Schüler/ innen erzählen von ihren Eindrücken.
Die Lieder und die Blumen haben ihm besonders gefallen, meint Alem. Seine Familie kommt aus Bosnien. „Und der Pope hat viel über Jesus erzählt“, fügt er hinzu. Pope ist bei ihm zu Hause die Bezeichnung für Priester. Der „Pope“ war im Fall von Traun Pfarrer Franz Wild. Gestaunt hat Alem auch über das Teilen von Brot. Religionslehrerin Edith Baar hat den muslimischen Kindern durch Brot, das sie essen durften, eine Idee davon gegeben, wie Christen heilige Messe feiern.
Verschiedene Religionen. In Traun sind von den 300 Voksschülern 165 muslimisch, 71 katholisch, 13 evangelisch und eine ganze Reihe von Kindern gehören zu orthodoxen Kirchen. In dieser Situation ist das gegenseitige Kennenlernen für das Zusammenleben in der Stadt von Bedeutung, betont die Religionslehrerin. Wichtig ist, dass die Schüler/innen den jeweils anderen Religionsgemeinschaften mit Respekt begegnen.
Weiche Teppiche. Als Gemeinsamkeit zwischen Kirche und Moschee hat Alem die Teppiche entdeckt. „Aber wir mussten die Schuhe ausziehen, als wir in die Moschee hinein gingen“, zeigt Peter doch einen Unterscheid zwischen Teppich und Teppich auf. „Außerdem waren die Teppiche in der Moschee weicher und schöner, und wir durften am Boden sitzen“, ergänzen Anna und Marlies. Die katholischen Schüler/innen waren das erste Mal in einer Moschee – und beeindruckt. Wie ihr Kollege Alem von der Kirche. Bei allem Verständnis für den Islam, eines will Peter nicht in den Kopf: „Die islamischen Schüler haben an den christlichen Feiertagen genauso frei wie wir, wir jedoch an ihrem Opferfest nicht. Das ist unfair.“