In der Kirche engagierte Menschen sollen sich ihres Glaubens noch besser bewusst werden. Sie sollen in der Lage sein, ihren Glauben auch zur Sprache zu bringen. Unter dem Titel „glaubenswert“ sind die Pfarren und Dekanate eingeladen, mitzumachen bei dieser „Selbstvergewisserung“ über den christlichen Glauben.
In vielen Wohnungen ist er nicht mehr vorhanden – und wenn, dann oft ausgetrocknet: der „Weihbrunnkessel“ – das Erinnerungszeichen an das Quellwasser des Lebens – dass dieses von Gott kommt. Doch auch kirchlich engagierte Menschen tun sich oft schwer, mit anderen darüber zu reden, was der Glaube für ihr Leben bedeutet. Für Ferdinand Kaineder, den Leiter des Kommunikationsbüros der Diözese Linz, ist das der Hauptgrund, warum die katholische Kirche in Oberösterreich im nächsten Jahr ihre Aufmerksamkeit vor allem den eigenen engagierten Leuten widmen will. In Pfarrgemeinderäten, in den Runden der Frauen- und Männerbewegung, in Bibelrunden oder in den Bildungswerk-Teams werden die Menschen eingeladen, sich selbst zum Thema zu machen.
Wie es gehen kann. Ein schwüler Freitag Nachmittag. Ende Juni, im Diözesanhaus, 4. Stock. Rund 40 Leute aus Oberösterreich sind nach Linz gekommen, um selbst zu tun, was ab Herbst in möglichst vielen kleinen Gruppen geschehen soll: Sie lassen sich von der Religionspädagogin Dr. Silvia Habringer-Hagleitner zeigen, wie das Reden über den Glauben gelingen kann. Über Glauben reden heißt, über das Leben reden. Da gilt es zunächst eine Hemmschwelle zu überwinden. „Fangen wir also beim Namen an.“ Zu Dritt oder Viert erzählen die Teilnehmer, wie sie zu ihrem Namen gekommen sind, wie ihr eigener Name ihr Leben mitprägt und wie es ihnen dabei geht. Schnell ist man im Gespräch. Einmal ins Gespräch gekommen, ist es auch nicht mehr so schwer, in einer weiteren Runde über die eigene gegenwärtige Lebenssituation zu reden und darüber, was das mit dem eigenen Glauben zu tun hat. „Wie erlebe ich da die Gottesnähe, wie erlebe ich auch Gottesferne?“br>Indem Menschen, die sich schon lange kennen, erzählen, was sie wirklich beschäftigt, bewegt oder ängstigt, lernen sie sich neu und tiefer kennen. Für Menschen, die etwas als Pfarrgemeinderäte miteinander an gemeinsamen Zielen arbeiten, schafft das Zusammenhalt.
Für „glaubenswert“ bietet die Diözese Linz Unterstützung: p>- „glaubenswert“-Begleiter. Für Pfarren, die sich für „glaubenswert“ jemanden einladen wollen, der sie von außen begleitet, wird es eine Liste von „glaubenswert-Helfern“ geben.
- Dekanatsfeste. Einzelne Dekanate werden ihre Mitarbeiter/innen zu einem Dekanatsfest im Frühjahr oder Herbst 2009 einladen. Zur Arbeit mit dem Schwerpunkt „glaubenswert“ wird eine Broschüre mit „Schlüsselworten“ des christlichen Glaubens erscheinen.
- Symbole. Zur Unterstützung werden „Erinnerungszeichen“ des Glaubens angeboten. So wird auch die Symbolik des Weihwasser-Behälters neu ins Bewusstsein gerufen. Viele Menschen finden heute zu solchen Symbolen neu Zugang. Dazu wird ein eigener Behälter angeboten werden.
„glaubenswert“ startet im Herbst 2008.
„glaubenswert“-Motive
Für „glaubenswert“ haben sich pastorale Mitarbeiter/innen der Diözese Linz als Gesprächs-Helfer für die Pfarren einschulen lassen. Die Kirchenzeitung fragte, warum.
Petra Maria Burger, Gramastetten. „Ich mache bei glaubenswert mit, weil Leben und Glauben für mich nicht zu trennen sind. Durch Reden kommen die Leute zusammen. In kfb-Runden und mit Pfarrgemeinderäten möchte ich das Fundament unseres Lebens zur Sprache bringen.“
Alois Sattlecker, Schalchen. „Ich bin daraufgekommen, dass ich anderen eine wirkliche Hilfe sein kann, wenn ich über meinen eigenen Glauben spreche. Diese Erfahrung mache ich schon länger. Bei glaubenswert können wir uns persönliche im Glauben kennenlernen. Das hilft vielen.“
Anna Hitzginger, Handenberg. „Als Religionslehrerin arbeite ich mit 10- bis 14-Jährigen. Bei glaubenswert kann ich auch mit Erwachsenen Gott zur Sprache bringen. Das ist für mich eine starke Motivation. Wir wollen gemeinsam Gott in unserem Leben nachspüren und uns bewusst werden, dass Gott da ist.“
Horst Müller, Weibern. „Mein Leben lang ist Religion für mich wichtig gewesen. Ich bin Wortgottesdienstleiter, und ich gehe gerne unter die Leute. Lange war ich in der Gemeinde und im Bezirk politisch aktiv. Reden fällt mir da nicht schwer. Ich glaube, dass ich bei glaubenswert das einbringen kann.