Donnerstag, 3. Juli. Draußen hat es mehr als 30 Grad. ÖAMTC-Pannenfahrer Johann Witzlinger ist im Bereich der A1 zwischen Linz und Sattledt unterwegs. Gott sei Dank hat er in seinem Fahrzeug eine Klimaanlage. Kühl bleiben auch an diesem Tag die meisten Autolenker/innen auf dieser Strecke. Sie brauchen die Pannenhilfe nicht allzu oft.
„Unverantwortlich sind jene Lenker unterwegs, die mit alten Reifen lange Strecken fahren“, sagt Johann Witzlinger, während er zu seinem nächsten Einsatz unterwegs ist. Er wird zu einem überhitzten Lada Taiga gerufen, den sein neuer Besitzer bei E-Bay ersteigert hat und der nun bei der Raststätte Sattledt steht. „Einmal“, erzählt Johann Witzlinger, „habe ich einen Einsatz bei einem VW-Pritschenwagen samt Hänger aus Vorarlberg gehabt, der von der Wachau herauf – vollbeladen mit Marillenfässern zum Einmaischen von Marillenschnaps – unterwegs war. Ein Reifenplatzer hat für viel Schaden gesorgt und die Fahrt gestoppt. Der Anhänger kippte durch den Platzer. Die Deichsel ging kaputt. Die Marillen kugelten herum. Das Auto hatte zehn Jahre alte Reifen montiert. Den Lada Taiga bei Sattledt mit Zielort Kuchl hat Herr Witzlinger nach dem Austauschen des Wasserthermostats wieder flottbekommen.
Bestens ausgerüstet. Die Autobahn ist gefährlich. Jede Minute früher Pannen beheben, verringert das Risiko auf den Autobahnen. Die ÖAMTC-Pannenhelfer sind angehalten, hängen gebliebene Autos möglichst rasch von der Autobahn zu bringen. Für die Panneneinsätze samt Abschleppen ist die KAP-Flotte des ÖAMTC Oberösterreich etwa 30 Fahrzeuge groß. Die KAP (Kombinierte Abschlepp- und Pannenfahrzeuge) sind vom ÖAMTC mitentwickelt worden und mit blinkenden Warnsignalen ausgerüstet. Zur Ausstattung gehört ein Laptop, der mit vielen technischen Daten aller möglichen Autos gefüttert ist. So sind mobile Fehlerdiagnosen möglich. Benzin und Diesel, Kabelbinder, Werkzeug aller Art ... und eine Bankomatkasse gehört zum Inventar. Mit den KAPs können nicht nur Autos abgeschleppt, sondern auch bis zu fünf Fahrzeuginsassen mitgenommen werden.
Vollmond senkt Konzentration. Insgesamt sind 190 Fahrer/Techniker für die Pannenhilfe des ÖAMTC in unserem Bundesland im Einsatz. Sie werden von der Einsatzzentrale mit Sitz in Linz-Urfahr dirigiert. Häufige Ziele sind überhitzte Kühler und luftschwache oder geplatzte Reifen – auch Herr Witzlinger muss an diesem Tag einer älteren Dame, die nach längerer Zeit wieder ihr Auto benutzen wollte, mit Luft aushelfen. – Weitere Einsatzfälle sind eingesperrte Autoschlüssel und falsch getankte Autos. „Bei Vollmond passieren mehr falsche Tankvorgänge“, weiß Johann Witzlinger. Er ist seit 15 Jahren beim ÖAMTC als Pannenfahrer unterwegs. Die Pannenstatistiken, so Witzlinger weiter, zeigen außerdem: Die Menge der Einsätze wird nicht kleiner, auch wenn die Autos immer moderner sind. Ihre anfällige Elektronik sorgt dafür, dass die Einsätze nicht weniger werden.
TIPPS
Im Urlaub sicher unterwegs sein
Autocheck. Bevor Sie auf Urlaub fahren, sollten Sie Ihr Auto durchchecken lassen. Der ÖAMTC macht die Erfahrung: Fahrzeuge, die heiß laufen, wurden vorher nicht gecheckt.
Nicht mit alten Reifen! An wenig befahrenen Reifen täuscht ein tadelloses Profil über den eigentlichen Zustand hinweg. Alte Reifen können porös sein. Dieser Mangel zeigt sich erst auf langen Fahrten.
Stress reduzieren. Lange Urlaubsfahrten machen Stress. Im Stress kann es passieren, dass man falsch tankt – Diesel und Benzin vertauscht. – Immer wieder kommt auch vor, dass sich jemand den Schlüssel einsperrt, das kann ebenfalls eine Folge von Stress sein. Genauso steckt hinter dem Fahren über den Randstein mit folgendem Reifenschaden oft der Stress.
Pausen machen! Bei Fahrten in der sommerlichen Hitze kann es schneller zu Übermüdung kommen. Eine Gefahr ist der Termindruck: Man will zu einem bestimmten Zeitpunkt einen Ort erreichen oder daheim ankommen – weil der Urlaub aus ist und die Arbeit ruft.
Scheibenwaschanlage. Achten Sie darauf, dass genug Wasser im Tank der Waschanlage ist. Und füllen Sie nicht nur reines Wasser ein. Frostschutzmittel sind auch Rostschutzmittel!
Trinkwasser. Führen Sie immer genug Trinkwasser mit, sorgen Sie auch für Staus in der Hitze gut vor.