Kopf der Woche: Kardinal Cordero Lanza di Montezemolo
Ausgabe: 2008/28, Kopf der Woche, Vatikan, Paulusmanager, Cordero Lanza di Montezemolo, Kopf der Woche
09.07.2008
Kardinal Montezemolo präsentierte im Jahr 2006 den wiederentdeckten Sarkophag des Apostels Paulus.
Mit seinen 82 Jahren ist der Erzpriester der Basilika St. Paul vor den Mauern kein bisschen leise. Er ist der „Vater“ des Paulusjahres, das am 28. Juni festlich eröffnet wurde.
Wenn heute in Italien der Name Montezemolo fällt, dann ist nicht nur der Boss von Fiat und Ferrari gemeint, sondern immer öfter auch der Kardinal. Nach seiner erfolgreichen diplomatischen Karriere, bei der er u. a. den Grundlagenvertrag zwischen Israel und dem Vatikan ausgehandelt hat, betraute ihn Papst Johannes Paul II. 2001 mit der Leitung einer Kommission, die den schwächelnden Pilgerbetrieb in der Basilika St. Paul wieder beleben sollte. Und Cordero Lanza di Montezemolo entwickelte ein Programm, das die Basilika über dem Paulusgrab zum zweiten Pilgerzentrum in Rom machen sollte. 2005 bestellte ihn Papst Benedikt zum Erzpriester von St. Paul. 2006 machte er mit der Wiederentdeckung des vermutlichen Paulus-Grabes unter dem Altar der Basilika Schlagzeilen. Erstmals sprach er damals auch von der Idee eines Gedenkjahres zum 2000. Geburtstag des Apostels Paulus. Papst Benedikt griff diesen Vorschlag auf. Und der Pilgerstrom boomt.
Montezemolo stammt aus einer bekannten italienischen Adelsfamilie. Sein Vater wurde von den Nazis als Widerstandskämpfer in den Ardeatinischen Höhlen ermordet. Er selbst war vor seinem Theologiestudium Mitarbeiter des berühmten italienischen Architekten Pier Luigi Nervi. Mit 28 Jahren wurde er 1954 zum Priester geweiht. 1959 begann er seine diplomatische Karriere.
„Das Paulusjahr wird für viele Überraschungen sorgen. Besonders freue ich mich schon jetzt darüber, dass wir sehr viele Anfragen von nicht-katholischen Pilgergruppen bekommen.“