Sonntag Abend bei Freunden. Wir reden über dieses und jenes. Und plötzlich ist die Politik im Spiel, über die wir normalerweise kaum reden. „Es ist nicht mehr auszuhalten“, sagt der Freund. „Die sollen doch endlich auseinander gehen. Das ist wie bei einem Ehepaar, das – außer Streit – nichts mehr miteinander verbindet und das sich auch nicht helfen lassen will.“ Am Tag darauf teilte ÖVP-Chef Wilhelm Molterer mit, dass er seiner Partei Neuwahlen noch im Herbst empfehlen werde. Die Frage, die ich auch meinem Freund gestellt habe, bleibt: „Und was wird dabei herauskommen?“ Solange Parteitaktik wichtiger ist als das Gemeinwohl – nichts!
Hans Baumgartner
Mehr Respekt vor den Aborigines
Im Februar hatte sich die Regierung Australiens bei den Aborigines, den australischen Ureinwohnern, dafür entschuldigt, dass sie über Jahrzehnte durch Gesetze und die Politik der früheren Regierungen ungerecht behandelt wurden. So hat man ihnen bis in die 70er Jahre ihre Kinder weggenommen, um sie in die weiße Gesellschaft zu integrieren. Unzählige Familien wurden dadurch auseinandergerissen. Am 6. Juli hat die katholische Kirche in Australien den „Sonntag der Aborigines“ gefeiert, in dessen Zentrum diese Entschuldigung stand. Dass es hier nicht bei schönen Reden bleiben darf, dessen ist sich auch die Kirche Australiens bewusst und mahnte Taten ein. Es ist an der Zeit, die Aborigines, die besonders von Armut und Diskriminierung betroffen sind, zu respektieren und ihre Rechte zu wahren.