In Japan finden Mangas und Animes ein Millionenpublikum unter Jung und Alt. In Österreich sind es vor allem Jugendliche wie Jürgen Hoog und seine Freunde, die dem Comic-Kult anhängen.
Auch wenn die Fangemeinde unter den Jungen wächst, sind Mangas und Animes einer breiten Bevölkerungsschicht noch relativ unbekannt. Die Frage: „Was sind Mangas überhaupt?“, hat der 25-jährige Kunststudent und bekennende Mangafan Jürgen Hoog deshalb wohl schon tausende Male beantwortet. Also zum 1001. Mal: „Heidi und Biene Maja sind nichts anderes als Mangas“, erzählt der Leondinger. Um gleich mit einem weit verbreiteten Vorurteil auszuräumen: „Die japanischen Comics werden oft in das Kindereck gestellt. Davon wollen wir Fans aber wegkommen. In Japan gibt es Mangas und Animes für alle Altersstufen und Genres“, erzählt Hoog. Beliebt beim Publikum sind etwa Manga-Krimis oder Anime, die sich mit dem politischen Weltgeschehen befassen, wie die Serie „Die letzten Glühwürmchen“.
Mangaverein. Damit Mangas und Animes als Kunstform entsprechend gewürdigt werden, hat Jürgen Hoog vor sechs Jahren die „Manga & Anime-Community-“ ins Leben gerufen. Auf einer eigener Online-Plattform vernetzen sich mittlerweile über 200 Mangafans. Regelmäßig treffen sich die Jugendlichen, um an ihrer Zeichentechnik zu feilen. „Wir gehen zum Beispiel in den Tierpark und zeichnen nachher darauflos“, so Hoog. Die fernöstliche Kultur steht auch bei dem weiteren Vereinsprogramm wie zum Beispiel gemeinsamen Karaoke-Abenden im Mittelpunkt.
Alles Manga in Leonding. Wer sich über die Mangas und Animes näher informieren will, hat auf der MACOnvention, dem Festival für japanische Jugendkultur, von 25. bis 27. Juli in der Kürnberghalle Leonding Gelegenheit dazu. Dort finden unter anderem Zeichen-Workshops, Filmvorführungen und Wettbewerbe statt. Mit dabei sind außerdem professionelle Manga-Zeichner wie Freya Hutter und Zombiesmile.
Infos: www.maconvention.at
ZUR SACHE
Der Begriff Manga umfasst neben Comic-Heften auch Zeichentrickfilme, die Anime genannt werden. Eines der häufigsten Manga- und Anime-Elemente ist das Kindchenschema mit großem Kopf und stark vergrößerten „Kulleraugen“. Diese Form der Darstellung spart Zeit beim Zeichnen und bietet mit nur wenigen zusätzlichen Elementen viele Variationsmöglichkeiten. Animes haben in Japan eine enorme Bedeutung. Pro Jahr kommen bis zu 200 neue Serien auf den Markt. Die ältesten Vorläufer der japanischen Manga-Kunst stammen bereits aus dem 8. Jahrhundert.
Beim Cosplay stellt der Teilnehmer seine Lieblingsfigur aus den Mangas und Animes durch Kostüm und Verhalten möglichst originalgetreu dar.