Sie stört, dass den Familien viele Dinge in die Schuhe geschoben werden, für die sie nichts können. Seit 20 Jahren ist Martina Beham-Rabanser als Familienforscherin tätig.
Bei der diesjährigen Internationalen Pädagogischen Werktagung in Salzburg geht es auch um die Rolle der Familie im Bildungsgeschehen. Eine Materie, mit der sich die Linzer Soziologin Martina Beham seit langem beschäftigt. Und sie bedauert, dass im Bildungsdiskurs die Ergebnisse der Familien- und Kindheitsforschung viel zu wenig beachtet werden. „Das führt dazu, dass man Familien heute oft ein persönliches Versagen vorwirft, wo eigentlich die Gesellschaft oder die Politik versagt, weil sie den Familien die notwenige Unterstützung verweigert, um unter den heutigen Rahmenbedingungen ihre Aufgaben erfüllen zu können“, meint Beham.
Nach ihrem Studium in Linz hat Beham beim kirchlichen Institut für Ehe und Familie (IEF) in Wien zu arbeiten begonnen. „Die haben damals zur Erstellung des offiziellen Familienberichtes eine Soziologin gesucht. Und außerdem“, so Beham, „hat mich das Themenfeld Familie gereizt, weil es so ideologisch aufgeladen ist, dass es kaum einen sachlichen gesellschaftspolitischen Diskurs darüber gibt.“ Mit IEF-Leiter Schattovits ist Beham dann in das von ihm gegründete Österreichische Institut für Familienforschung (ÖIF) hinübergewechselt. „Als aber mein Sohn geboren wurde, habe ich mich entschlossen, die heute gar nicht so untypische Pendlerehe (zwischen Oberösterreich und Wien) aufzugeben.“ Seither ist Beham am Institut für Soziologie an der Uni Linz mit dem Schwerpunkt Familien- und Kindheitsforschung tätig.