Kirche von England beschließt Zulassung von Frauen zum Bischofsamt
Ausgabe: 2008/29, Einheit, Bischöfin, Katharina Jefferts Schori, England
16.07.2008
Vergangene Woche beschloss die Generalsynode der Kirche von England die Zulassung von Frauen zum Bischofsamt.
Alle drei Kammern (Bischöfe, Priester, Laien) der Generalsynode der Kirche von England sprachen sich mit deutlicher Mehrheit für die Zulassung von Frauen zum Bischofsamt aus. Eine rechtlich bindende Sonderregelung für „traditionstreue“ anglikanische Gemeinden, die keine Bischöfinnen anerkennen wollen, lehnte die Generalsynode ab.
Umstritten. Bischöfinnen gibt es in der anglikanischen Kirche bereits in Neuseeland, Kanada und den USA. Die Kirche von England hatte bisher zwar Frauen zum Priesteramt, nicht aber für das Bischofsamt zugelassen. Was für den liberalen Flügel eine logische Konsequenz aus dem unteilbaren Weiheamt ist, stellt sich für die konservative Seite als Bruch der apostolischen Tradition dar. 1300 Priester der Kirche von England haben im Vorfeld damit gedroht, ihrer Kirche den Rücken zu kehren, wenn eine uneingeschränkte Zulassung von Frauen zum Bischofsamt kommen sollte. Ob es eine freiwillige Kompromissregelung geben wird, sollen Gespräche bis Februar klären. Zur Debatte steht eine Art Auffangdiözese für jene Gemeinden und Priester, die sich dem Beschluss der Generalsynode nicht anschließen wollen.
Zündstoff. Die Entscheidung der Generalsynode bietet nicht nur Zündstoff innerhalb der Kirche von England, sondern auch für die weltweite anglikanische Gemeinschaft. Für hitzige Debatten auf der vom 16. Juli bis 3. August tagenden gesamtanglikanischen Lambeth-Konferenz ist damit gesorgt. Diese steht ohnedies schon unter dem Druck traditioneller Kirchenprovinzen wegen der Zulassung Homosexueller zum Amt und der Segnung gleichgeschlechtlicher Paare in einigen Mitgliedskirchen. Die Weihe von Bischöfinnen in der anglikanischen „Mutterkirche“ belastet auch die ökumenischen Beziehungen zur katholischen und orthodoxen Kirche. Beide haben den Beschluss als schwerwiegendes Hindernis für die Einheit bezeichnet.