Endlich selbst fahren. Von der Kirche bekommen die Jugendlichen (im Bild KJ Arbing) den Segen dazu. 17. Juli 2008
In Naarn bekommen Führerscheinneulinge der Region Perg und Grein am Christophorussonntag den Segen gespendet.
Bequem ist es ja, das Mama- oder Papa-Taxi. Aber irgendwann ist es nicht mehr das Wahre, von den Eltern zu Freunden, in das Kino oder in die Disco kutschiert zu werden. Freudig warten deshalb fast alle Jugendlichen auf den Tag, wenn sie das rosa Karterl endlich in ihren Händen halten. So wie der 18-jährige Matthias Aistleithner aus Allerheiligen (Bezirk Perg), der seit April Führerschein und Fiat Bravo sein Eigen nennt. „Ich bin froh, dass ich jetzt selbstständiger bin und endlich nicht mehr mit dem Moped fahren muss“, sagt Matthias. Auf sein eigenes Auto ist der Lehrling vor allem beim Fortgehen angewiesen. In der Region fahren am Abend nur sehr selten oder gar keine Busse mehr. „Der Führerschein und das erste eigene Auto oder Moped ist für die Jugendlichen in unserer Region schon eine besonders einschneidende Geschichte“, weiß Christiana Leonhartsberger, Jugendleiterin im Dekanat Perg. Um die neue Unabhängigkeit zu feiern, bereitet sie gemeinsam mit Matthias und einer Gruppe Jugendlicher eine liturgische Segensfeier für alle Fahranfänger in der Region um Grein und Perg vor. Heuer findet diese zum ersten Mal statt: am Christophorussonntag (20. Juli, um 18 Uhr), an dem Auto und Mobilität in den Pfarren schon traditionell im Mittelpunkt stehen.
Verantwortung im Verkehr. Neben der neuen Selbstständigkeit wird dabei die Verantwortung, die man gegenüber den Mitmenschen im Straßenverkehr hat, thematisiert. Dazu gehört natürlich auch, dass Autofahren und Alkohol rein nicht zusammenpassen. Dass Anti gut schmeckt, können die Führerscheinneulinge im Anschluss an die Segensfeier selbst bei einer Bar mit alkoholfreien Mixgetränken gleich ausprobieren. Mehrfach gerüstet sind sie damit für den normalen Wahnsinn auf unseren Straßen. „Oft ist es richtig gefährlich“, meint Matthias. Ihn schockt, wie riskant viele Autofahrer unterwegs sind, und er will sich daran auf gar keinen Fall ein Beispiel nehmen. Matthias: „Lieber einmal eine Minute im Straßenverkehr verlieren, als ein Leben lang tot.“
- Die liturgische Segensfeier für alle Führerscheinneulinge findet am 20. 7. um 18 Uhr am Pfarrplatz Naarn statt. Im Anschluss gibt es einen Geschicklichkeitsparcour für Auto- und Mopedfahrer, alkoholfreie Getränke und ein Sommerkino.
Fahranfänger Matthias Aistleithner (18): „Besser im Straßenverkehr einmal eine Minute verlieren, als ein Leben lang tot sein.“
\"Bei uns in der Region ist man auf das Auto angewiesen\", sagt Christina Leonhartsberger Jugendleiterin im Dekanat Perg.