Arigona Zogaj soll in Österreich bleiben dürfen. Dafür tritt der SPÖ-Spitzenkandidat Werner Faymann ein. Eine neue Hoffnung für die Familie Zogaj – oder doch nur ein Wahlkampfsager, den viele vielleicht gerne hören? Jeder, der so etwas sagt, auch wenn er es ehrlich meint, sollte bedenken, wie es Arigona und ihrer Mutter dabei geht. Sie haben schon zu viele verblasene Hoffnungen erlebt. Das Schicksal von einzelnen Menschen sollte nicht Gegenstand des Wahlkampfes sein. Sehr wohl aber interessiert Wähler/innen, ob eine Partei den Mut hat, für eine Neuregelung des Bleiberechts für gut integrierte Asylwerber einzutreten. Dazu hat Herr Faymann (noch) nichts gesagt.
Recht und Verantwortung
„Wiener Blut“ nennt sich wenig geschmackvoll eine sogenannte Doku-Soap des ORF. Sie zeigt drei Mitarbeiter der „Wiener Rettung“ bei ihrer Arbeit und wie „sie ihren schwierigen Beruf mit Bravour, Humor und Einfühlungs-vermögen meistern“. Soweit die ORF-Werbung. Einer der „Helden“ der Serie war bereits vor Jahren im ORF zu sehen. In einem Amateurvideo, das das Sterben des Mauretaniers Cheibani Wague (2003) im Wiener Stadtpark zeigte. Er erstickte bei einer „Amtshandlung“, bei der er von Polizisten und Sanitätern zu Boden gedrückt wurde. Der besagte Rettungsmann stand mit dem Fuß auf dem Rücken des Opfers. Er wurde im anschließenden Verfahren freigesprochen. Dem ORF, der in anderen Fragen so gerne zwischen formalem Recht und moralischer Verantwortung unterscheidet, genügt das.