Diese Woche beginnen die Koalitionsverhandlungen. Die Liste jener, die sich mit Forderungen und Wünschen anstellen, ist lang. Die Jungschar erinnerte dieser Tage daran, dass über 100.000 Kinder und Jugendliche in Armut leben, die Caritas spricht von wachsenden Schlangen Hilfesuchender, die Familienvertreter pochen auf eine Inflationsklausel für Familienleistungen, die Gewerkschafter fordern eine möglichst rasche Steuersenkung; auch die Pflege- und Gesundheitsfinanzierung lassen sich nicht länger aufschieben. Jetzt kommt es darauf an, ob die rot-schwarzen Regierungsverhandler den Mut haben, den in beiden Parteien zumindest programmatisch vorhandenen Prinzipien zu folgen. Dann müsste eine solidarische, sozial faire (auch was die Besteuerung angeht) und am Gemeinwohl orientierte Politik herauskommen. Bloß ein frommer Wunsch zum Nationalfeiertag?
Hans Baumgartner
Die Welt steht daneben
Tausende verfolgte Christen sind aus dem irakischen Mossul vor gewalttätigen Übergriffen geflüchtet. Im Kongo haben neue Kämpfe zwischen Rebellen und Regierungstruppen eine Massenflucht ausgelöst. Und auch die Region Darfur macht wieder traurige Schlagzeilen: weitere 40.000 Menschen sind vor der Gewalt in der Provinz geflüchtet. Was den Frieden in den Krisenherden der Welt betrifft, so versagen hier nicht nur die Regierungen der jeweiligen Länder, sondern auch die internationale Gemeinschaft. Wann greift sie endlich ein, wenn es „nur“ um den Schutz der Menschen geht – und nicht um wertvolle Rohstoffe?