Am 26. Oktober geht die 12. Weltbischofssynode zum Thema „Das Wort Gottes im Leben und in der Sendung der Kirche“ zu Ende. Weihbischof Anton Leichtfried forderte dabei, den liturgischen Bibeltexten mehr Aufmerksamkeit zu schenken.
Das Arbeitspapier zur Bischofssynode hatte den 253 Bischöfen und zahlreichen Expert/innen ein breites Themenspektrum vorgelegt. Es reichte vom „rechten Verständnis“ der Offenbarung als Gotteswort aus Menschenmund über die Anerkennung einer wissenschaftlichen Textinterpretation bis zur Verwendung der Bibel in der Liturgie und in der Glaubenspraxis sowie in der Ökumene und im interreligiösen Dialog. Besondere Akzente auf der Synode setzten auch die Ansprache von Rabbi She‘ar Yashuv Cohen aus Haifa, die für viel Nachdenklichkeit über eine eigenständige jüdische Bibelauslegung sorgte, sowie die Predigt des orthodoxen Patriarchen Bartholomaios. Dieser hob bei einem gemeinsamen Vespergottesdienst in der Sixtinischen Kapelle die zentrale Bedeutung der Bibel für die Einheit der Christen hervor. Die Heilige Schrift, so der Patriarch, müsste aber auch immer mehr zur Quelle des gemeinsamen Einsatzes der Christen gegen Unrecht, Hunger, Rassismus und Zerstörung der Schöpfung werden. Viel Beachtung fand auch die Wortmeldung von Papst Benedikt, in der er klar für die Anerkennung der bibelwissenschaftlichen Erkenntnisse (historisch-kritische Methode) bei der Auslegung von Texten eintrat und vor fundamentalistischen (wörtlichen) Interpretationen warnte. Wissenschaftliche Exgese und geistliche Bibellesung gehören zusammen, betonte der Papst.
Ein Thema, das auf der Synode häufig angesprochen wurde, griff auch der österreichische Delegierte, Weihbischof Anton Leichtfried, auf. Er forderte, den durch die Liturgiereform reich gedeckten „Tisch des Wortes“ bewusster „als Nahrung“ zu nutzen. Konkret trat er dafür ein, durch sorgfältige Auswahl und Vorbereitung der Lektor/innen die Aufmerksamkeit für die Bibeltexte im Gottesdienst zu steigern und durch eine gute Qualität der Predigten einen lebendigen Bezug zwischen Bibel und Leben herzustellen.