Ausgabe: 2008/46, November-Pogrome, Linzer Synagoge, Nachgeborene, Katholische Aktion, Marcel Callo, Wozasek, Ludwig Schwarz, Maximilian Aichern, Gerold Lehner,
12.11.2008
„Wir Christen stehen hier nicht als Angehörige einer fremden, sondern einer verwandten Religion.“ Dies betonte Diözesanbischof Dr. Ludwig Schwarz bei der Gedenkfeier in der Linzer Synagoge am 9. November. Am 70. Jahrestag der Pogrome von 1938 erinnerte der Bischof: „Wir, die Nachgeborenen, sehen rückblickend den Irrtum, den Jubel und die Begeisterung, die völlige Fehleinschätzung, was dieses 3. Reich bringen würde.“ Die Katholische Aktion OÖ. hatte bereits am Vormittag des 9. November in der Linzer Pfarre Marcel Callo zu einem Gedenkgottesdienst geladen. Pfarrer Christian Öhler sprach von einer „christlichen Judenfeindschaft“ in der Geschichte. Seit dem Konzil habe sich viel verändert: „Die Christen sehen das Judentum endlich als ihre Wurzel.“ Ein weiterer Schritt sei nun, die Redeweise gegenüber Andersgläubigen sorgfältig zu prüfen.