Die Gewaltwelle im Kongo dauert an. Das UNO-Flüchtlingshochkommissariat geht von mindestens 50.000 Zivilisten aus, die allein in der Region Nord-Kivu dringend Hilfe benötigen. Insgesamt sollen sich 250.000 Menschen auf der Flucht befinden. Wie der deutsche Caritas-Mitarbeiter Alexander Bühler berichtet, bietet die Kirche im Kongo den Menschen derzeit die größte Hilfe an. „Dabei riskieren viele Kirchenleute ihr Leben. Sie sind auch da, um die Namen der Schuldigen aufzuschreiben. So setzen sie sich mehr als andere Helfer der Gefahr von Angriffen aus“, so Bühler. Der Erzbischof von Kinshasa, Laurent Monsengwo Pasinya, warnte unterdessen vor einer „Balkanisierung“ des Landes. Alle bisherigen innerkongolesischen riedensabkommen seien nicht eingehalten worden. Die Grundlage für einen dauerhaften Frieden liege aber darin, zu seinen Unterschriften zu stehen. Es sei eindeutig, dass die Kämpfe im Osten des Landes wegen der dort vorhandenen Rohstoffe geführt würden. Nötig sei deshalb, die Nutzung der Ressourcen gemäß internationalem Recht verbindlich zu regeln. Ansonsten blieben auch weitere Friedenskonferenzen reine Kosmetik.