33. Sonntag im Jahreskreis (Lesejahr A), 16. November 2008
Ausgabe: 2008/46, Sonntag, alltägliche Höchstleistungen, Claudia Scherrer, Wertschätzung, Wertschöpfung, Wort zum Sonntag, 33. Sonntag im Jahreskreis, Bankenkrisen, Börsencrash, Talente, Engagements, Jesu Gleichnis, Lesung, Evangelium, Mathhäus
12.11.2008
Mit etwas zu wirtschaften und es zu vermehren klingt in Zeiten von Bankenkrisen und Börsencrash nicht wirklich gut, wenn man dabei nur an Geld denkt. 9,6 Millionen Stunden unbezahlten freiwilligen Engagements leisteten Frauen 2006 in den Pfarren. Hier wurde mit den von Gott geschenkten Talenten gewirtschaftet und sie wurden vermehrt, zum Wohle vieler. Im Kleinen treu gewesen, will ich dir eine große Aufgabe übertragen, so die Antwort des Herrn an seine Diener in Jesu Gleichnis. „Komm, nimm teil an der Freude deines Herrn.“
Evangelium
Mt 25, 14–30
Es ist (mit dem Himmelreich) wie mit einem Mann, der auf Reisen ging. Er rief seine Diener und vertraute ihnen sein Vermögen an. Dem einen gab er fünf Talente Silbergeld, einem anderen zwei, wieder einem anderen eines, jedem nach seinen Fähigkeiten. Dann reiste er ab. Sofort begann der Diener, der fünf Talente erhalten hatte, mit ihnen zu wirtschaften, und er gewann noch fünf dazu. Ebenso gewann der, der zwei erhalten hatte, noch zwei dazu. Der aber, der das eine Talent erhalten hatte, ging und grub ein Loch in die Erde und versteckte das Geld seines Herrn. Nach langer Zeit kehrte der Herr zurück, um von den Dienern Rechenschaft zu verlangen. Da kam der, der die fünf Talente erhalten hatte, brachte fünf weitere und sagte: Herr, fünf Talente hast du mir gegeben; sieh her, ich habe noch fünf dazugewonnen. Sein Herr sagte zu ihm: Sehr gut, du bist ein tüchtiger und treuer Diener. Du bist im Kleinen ein treuer Verwalter gewesen, ich will dir eine große Aufgabe übertragen. Komm, nimm teil an der Freude deines Herrn. Dann kam der Diener, der zwei Talente erhalten hatte, und sagte: Herr, du hast mir zwei Talente gegeben; sieh her, ich habe noch zwei dazugewonnen. Sein Herr sagte zu ihm: Sehr gut, du bist ein tüchtiger und treuer Diener. Du bist im Kleinen ein treuer Verwalter gewesen, ich will dir eine große Aufgabe übertragen. Komm, nimm teil an der Freude deines Herrn. Zuletzt kam auch der Diener, der das eine Talent erhalten hatte, und sagte: Herr, ich wusste, dass du ein strenger Mann bist; du erntest, wo du nicht gesät hast, und sammelst, wo du nicht ausgestreut hast; weil ich Angst hatte, habe ich dein Geld in der Erde versteckt. Hier hast du es wieder. Sein Herr antwortete ihm: Du bist ein schlechter und fauler Diener! Du hast doch gewusst, dass ich ernte, wo ich nicht gesät habe, und sammle, wo ich nicht ausgestreut habe. Hättest du mein Geld wenigstens auf die Bank gebracht, dann hätte ich es bei meiner Rückkehr mit Zinsen zurückerhalten. Darum nehmt ihm das Talent weg und gebt es dem, der die zehn Talente hat. Denn wer hat, dem wird gegeben, und er wird im Überfluss haben; wer aber nicht hat, dem wird auch noch weggenommen, was er hat. Werft den nichtsnutzigen Diener hinaus in die äußerste Finsternis! Dort wird er heulen und mit den Zähnen knirschen.
1. Lesung
Spr 31, 10–13. 19–20. 30–31
Eine tüchtige Frau, wer findet sie? Sie übertrifft alle Perlen an Wert. Das Herz ihres Mannes vertraut auf sie, und es fehlt ihm nicht an Gewinn. Sie tut ihm Gutes und nichts Böses alle Tage ihres Lebens. Sie sorgt für Wolle und Flachs mit emsigen Händen. [. . .] Nach dem Spinnrocken greift ihre Hand, ihre Finger fassen die Spindel. Sie öffnet ihre Hand für die Bedürftigen und reicht ihre Hände den Armen. [. . .] Trügerisch ist Anmut, vergänglich die Schönheit; nur eine gottesfürchtige Frau verdient Lob. Preist sie für den Ertrag ihrer Hände, ihre Werke soll man am Stadttor loben.
2. Lesung
1 Thess 5, 1–6
Über Zeit und Stunde, Brüder, brauche ich euch nicht zu schreiben. Ihr selbst wisst genau, dass der Tag des Herrn kommt wie ein Dieb in der Nacht. Während die Menschen sagen: Friede und Sicherheit!, kommt plötzlich Verderben über sie wie die Wehen über eine schwangere Frau, und es gibt kein Entrinnen. Ihr aber, Brüder, lebt nicht im Finstern, so dass euch der Tag nicht wie ein Dieb überraschen kann. Ihr alle seid Söhne des Lichts und Söhne des Tages. Wir gehören nicht der Nacht und nicht der Finsternis. Darum wollen wir nicht schlafen wie die anderen, sondern wach und nüchtern sein.
berufung
wird klein geschrieben
ein wort des trostes den trauernden sagen brot und wein zum altar bringen schon wieder mittagessen kochen vor der Kirche kehren die leere coladose aufheben an der käsetheke ein nettes wort finden einen gottesdienst vorbereiten im freundeskreis meine meinung vertreten dem kranken ein kreuz auf die stirn zeichnen dem enkelkind von gott erzählen das pfarrblättchen falten einen menschen beerdigen wandlung möglich machen
berufung ist nicht der und die und dann und dort und du und ich sondern hier und jetzt und du und ich
berufung das ist meine antwort auf gottes wort auf das was gott für mich will wenn ich mich dafür entscheide
Andrea Schwarz
Wort zum Sonntag
Wertschätzung bringt Wertschöpfung
Es tut meiner Seele gut, wenn geschätzt wird, was ich Tag für Tag leiste. Gerade, wenn es sich um Selbstverständlichkeiten, Alltäglichkeiten, um ganz normale Höchstleistungen also handelt, das Leben zu bestreiten. Darunter fallen Kleinigkeiten wie pünktlich Essen auf den Tisch bringen; regelmäßig putzen, so dass es gar nicht mehr auffällt, dass die Familie Mist produziert; arbeiten gehen und mich ehrenamtlich engagieren . . . Mein Frauenherz fühlt sich daher von Zitaten wie diesem angesprochen: „Eine tüchtige Frau, wer findet sie? Sie übertrifft alle Perlen an Wert.“ (vgl. 1. Lesung)Frauen leisten viel unbezahlte Arbeit, die aber wichtige Dienste an der Gesellschaft sind: Kindererziehung, Familienarbeit, Pflege der alten Eltern, Nachbarschaftshilfe. Besonders die ersten drei Punkte gehen hauptsächlich zu Lasten der Frauen, ihres Einkommens, ihrer Karrierechancen. Die Wertschöpfung des Staates profitiert davon. Ich sehe es als Aufgabe der Katholischen Frauenbewegung, das Engagement dieser Frauen sichtbar zu machen, damit es entsprechend wertgeschätzt werden kann. Denn Wertschätzung erhöht die Wertschöpfung: Wertschätzung motiviert weiterzumachen, weiter „zu schöpfen“ und erhöht die Bedeutung der bereits geleisteten Arbeit, macht die Arbeit also mehr wert. Ich bin beeindruckt, wie groß das Engagement in der Kirche ist. 9,6 Millionen unbezahlte Arbeitsstunden leisteten Frauen 2006 in den Pfarren. Unter dem Motto „Berufen zum Ehrenamt“ will die Katholische Frauenbewegung Österreichs das freiwillige Engagement ihrer Mitglieder bestärken und sie gleichzeitig in verschiedenen Bildungsveranstaltungen dafür befähigen. Es geht darum, mit den von Gott geschenkten Talenten zu wirtschaften und sie zu vermehren . . . und teilzuhaben an der Freude Gottes über den Erfolg. „Komm, nimm teil an der Freude deines Herrn!“ (vgl. Evangelium) – Wertschöpfung der himmlischen Art!
Zum Weiterdenken
Welche Talente habe ich zu geben und zu entfalten?
Claudia Scherrerist Geistliche Assistentin der Kath. Frauenbewegung (kfb) in Oberösterreich, Pastoralassistentin in Karenz und hat eine Tochter.