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Sonntag: Wenn Gott ein Festmahl gibt

Ein Festmahl und ein Hochzeitsmahl werden an diesem Sonntag beschrieben. Doch die geladenen Gäste gingen lieber ihren Tagesgeschäften nach, statt der Einladung zu folgen. Wer Gottes Einladung nicht folgt, entscheidet sich für die Finsternis.
Ausgabe: 2017/41
10.10.2017
- Mag. Hans Humer
© ©anettpetrich1 - stock.adobe.com

Wort zum Sonntag

Zu Gast


Jeder lebt in einem anderen Umfeld und macht dort seine Erfahrungen: positive und negative. Diese Erfahrungen können uns helfen, während der Meditation eine Bibelstelle besser oder ganz neu zu verstehen.
Beim Nachdenken über die Lesungen ­dieses Sonntages ging es mir so: Das ­visionäre Bild vom Festmahl der Völker in der ersten ­Lesung und vom königlichen Hochzeitsmahl im Evangelium ließen mich auf Erlebnisse in den vergangenen Jahren in Tansania und Kenia zurückblicken: Ich erinnerte mich an ein gemeinsames Essen mit Gästen aus Österreich. Eine junge Kenianerin lud uns in ihre Wohnung zum Essen ein. Ich dachte, dies sei unmöglich, da wir 18 Personen waren. Ich erklärte ihr, dass wir dies bezahlen werden, sie aber lehnte ab. So fuhren wir zu ihr und erlebten ein ganz persönliches Beisammensein bei Speis und Trank. Wir waren alle sehr überrascht und sagten: So etwas würde in Europa niemand machen. Das zeigt, wie hochgeschätzt in Afrika die Gastfreundschaft ist.
Diese Gastfreundschaft lebt aus dem ­Glauben, dass Gott durch andere Menschen zu uns kommt. Er lädt uns immer wieder zu seinem Gastmahl in der Feier der Eucharistie ein. Die Lesungen können unsere Hoffnung stärken und vertiefen: Das Reich Gottes auf Erden ist möglich – das Festmahl aller Völker in Frieden und Freude ist möglich – glauben wir daran. Möge uns deshalb der große Wert der Eucharistiefeier neu bewusst werden. Öffnen wir uns für diese immerwährende Einladung.
Ein afrikanisches Sprichwort sagt: Es ist unhöflich, dem Gast etwas zu verweigern, was dieser mit seinen Augen sieht.
Wir sind Gottes Gäste. Er bietet uns Leben in Fülle an. Nie würde er sich uns verweigern – verweigern auch wir uns ihm gegenüber nicht!

Zum Weiterdenken

Welchen Stellenwert hat Gastfreundschaft in meinem Leben? Wie gastfreundlich bin ich?
Wie gerne bin ich Gast Jesu? Folge ich seiner Einladung? Was bedeutet mir die Eucharistie? 28. Sonntag im Jahreskreis – Lesejahr A, 15. Oktober 2017

1. Lesung


Jesaja 25,6–10a
Der Herr der Heerscharen wird auf diesem Berg für alle Völker ein Festmahl geben mit den feinsten Speisen, ein Gelage mit erlesenen Weinen, mit den feinsten, fetten Speisen, mit erlesenen, reinen Weinen. Er verschlingt auf diesem Berg die Hülle, die alle Völker verhüllt, und die Decke, die alle Nationen bedeckt. Er hat den Tod für immer verschlungen und Gott, der Herr, wird die Tränen von jedem Gesicht abwischen und die Schande seines Volkes entfernt er von der ganzen Erde, denn der Herr hat gesprochen. An jenem Tag wird man sagen: Siehe, das ist unser Gott, auf ihn haben wir gehofft, dass er uns rettet. Das ist der Herr, auf ihn haben wir gehofft. Wir wollen jubeln und uns freuen über seine rettende Tat. Denn die Hand des Herrn ruht auf diesem Berg.

2. Lesung


Philipper 4,12–14
Ich weiß Entbehrungen zu ertragen, ich kann im Überfluss leben. In jedes und alles bin ich eingeweiht: in Sattsein und Hungern, Überfluss und Entbehrung. Alles vermag ich durch den, der mich stärkt. Doch ihr habt recht daran getan, an meiner Bedrängnis Anteil zu nehmen.

Evangelium


Matthäus 22,1–14
Jesus antwortete und erzählte ihnen ein anderes Gleichnis: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem König, der seinem Sohn die Hochzeit ausrichtete. Er schickte seine Diener, um die eingeladenen Gäste zur Hochzeit rufen zu lassen. Sie aber wollten nicht kommen. Da schickte er noch einmal Diener und trug ihnen auf: Sagt den Eingeladenen: Siehe, mein Mahl ist fertig, meine Ochsen und das Mastvieh sind geschlachtet, alles ist bereit. Kommt zur Hochzeit! Sie aber kümmerten sich nicht darum, sondern der eine ging auf seinen Acker, der andere in seinen Laden, wieder andere fielen über seine Diener her, misshandelten sie und brachten sie um.
Da wurde der König zornig; er schickte sein Heer, ließ die Mörder töten und ihre Stadt in Schutt und Asche legen.
Dann sagte er zu seinen Dienern: Das Hochzeitsmahl ist vorbereitet, aber die Gäste waren nicht würdig. Geht also an die Kreuzungen der Straßen und ladet alle, die ihr trefft, zur Hochzeit ein! Die Diener gingen auf die Straßen hinaus und holten alle zusammen, die sie trafen, Böse und Gute, und der Festsaal füllte sich mit Gästen. Als der König eintrat, um sich die Gäste anzusehen, bemerkte er unter ihnen einen Menschen, der kein Hochzeitsgewand anhatte. Er sagte zu ihm: Freund, wie bist du hier ohne Hochzeitsgewand hereingekommen? Der aber blieb stumm. Da befahl der König seinen Dienern: Bindet ihm Hände und Füße und werft ihn hinaus in die äußerste Finsternis! Dort wird Heulen und Zähneknirschen sein. Denn viele sind gerufen, wenige aber auserwählt.
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