Auslagen locken mit Lichtern, Glitzer und Sonderangeboten: Wer als „Christkind“ auf Einkaufstour geht, soll sein Budget im Auge behalten.
„Wir werden oft erst mit den Folgen der Weihnachtseinkäufe konfrontiert“, erzählt Katharina Malzer von der Schuldnerhilfe in Linz. Im Jänner oder Februar bitten jedes Jahr Menschen um Hilfe, die beim Geschenkekaufen ihren finanziellen Rahmen gesprengt haben. Die Schuldnerberaterin hat aber einige Hinweise parat, damit den Schenkenden die Freude am Schenken nicht vergeht.
Überlegt einkaufen. Auch beim Weihnachtseinkauf kann eine Liste die Sache vereinfachen. Spontaneinkäufe oder Schnäppchen entpuppen sich oft als Fehlinvestition. Mit einer Liste kann man sofort kontrollieren, ob man für die Tante oder den Neffen schon eingekauft hat, wenn man den dritten passenden Gegenstand für sie in der Hand hält. Schon wenige falsche Spontaneinkäufe summieren sich und belasten das Budget. „Lieber immer eine Nacht drüber schlafen“, lautet der Tipp von Katharina Malzer. Sie rät auch dringend davon ab, Geschenke über einen Rateneinkauf oder Kontoüberzug zu finanzieren: „Für Weihnachten sollten Sie nicht ihre letzten Reserven aufbrauchen.“ „Plastikgeld“, also Bankomat- oder Kreditkarten, lassen schnell den Überblick über das ausgegebene Geld verlieren. Kontoauszüge und Kreditkartenabrechnungen kommen oft erst nach Weihnachten.
Gespannt sein auf Geschenke. Wer für Kinder einkauft, sollte bedenken, dass diese auch Grenzen erfahren müssen. Es ist wichtig, dass sie lernen, dass sie nicht alles und schon gar nicht sofort haben können. So werden nur Geldprobleme im Erwachsenenalter vorprogrammiert. Wer die Wunschliste von Kindern als Einkaufsliste versteht, nimmt ihnen nur die Spannung auf die Geschenke, weil sie eh schon wissen, was sie bekommen. Mit älteren Kindern kann man über Wünsche reden und festlegen, wieviel das Geschenk kosten darf. Geschenke können kein Ersatz sein für zu wenig Zeit, die Eltern mit ihren Kindern verbringen. Ideal sind Geschenke, bei denen Eltern gemeinsam mit den Kindern beschäftigt sind, wie Spiele oder Sportgeräte.
Eigene Wünsche. Schenkende sollen sich überlegen, was sie selbst gern bekommen würden. Oft sind das keine materiellen Dinge. So kann das schönste Weihnachtsgeschenk sein, dass ein Paar gemeinsam Zeit hat, Vorbereitungen für Weihnachten zu treffen.
Zur Sache
Tipps für das „Christkind“
- Erstellen Sie eine Geschenkeliste: Überlegen Sie in Ruhe, wem Sie etwas schenken möchten und wieviel Sie in Summe für Weihnachtsgeschenke ausgeben wollen. Überlegen Sie realistisch, wieviel Sie sich wirklich leisten können! An diese Liste halten!
- Geschenke mit Bargeld zahlen. Wer das Geschenkebudget in bar bei sich hat, kommt weniger leicht in Versuchung, mehr auszugeben als das zuvor überlegte Weihnachtsbudget. Wergefährdet ist, sich nicht an die eigenen Überlegungen zu halten, sollte sein „Plastikgeld“ (Bankomat- oder Kreditkarte) lieber zu Hause lassen.
- Manche Geschenke sind zwar günstig zu haben, erzeugen aber Folgekosten, das ist zum Beispiel bei Handys so, aber auch bei Spielkonsolen undanderer Unterhaltungselektronik.
- Wer jemanden beschenken will, soll auch überlegen, worüber er oder sie sich selbst freuen würde. Die meisten werden merken, dass das nicht das Teuerste sein muss, oder dass ein kleines Geschenk genauso wirkt wie eine ganze Geschenkebox.