Ausgabe: 2008/50, Sei so frei, Aktion, Sammlung, Afrika, Lateinamerika, Guatemala, Sportplatz, Armut, Titelseite, Advent
10.12.2008
- Josef Wallner
Sollen Kinder in der „Dritten Welt“ eine Chance auf eine menschenwürdige Zukunft haben, brauchen sie Bildung. Die Aktion SEI SO FREI der Katholischen Männerbewegung hilft Kindern in Afrika und Lateinamerika, dass sie eine Schule besuchen können.
Die Gründe, die Kinder davon abhalten, Lesen, Schreiben und Rechnen zu lernen, sind oft simpel: wenn man den Bergen wohnt und keine Schuhe für den Schulweg auf felsigen Pfaden hat, wenn die Einrichtung in Klassenräumen fehlt oder keine Bücher zur Verfügung stehen. Die Aktion SEI SO FREI hat im zentralen Bergland von Guatemala für 600 Buben und Mädchen ein Umfeld geschaffen, in dem sie erfolgreich lernen können. Das tägliche Essen in der Schule spielt dabei eine wesentliche Rolle. Und die kleinen Sportplätze, auf denen die Kinder abseitsihres Lebens in Armut einmal wirklich Kinder sein dürfen.
Die Aktion SEI SO FREI der Katholischen Männerbewegung gibt Kindern in Guatemala Zukunft
Wo Schule mehr als Lernen ist
Was in Europa selbstverständlich ist, entscheidet in Guatemala über die Zukunft der Kinder: Schuhe für den steinigen Schulweg, eine Jause und genug Hefte und Stifte. Ein Sportplatz vor der Schule gibt einen zusätzlichen Ansporn, zur Schule zu kommen.
Bis zu eineinhalb Stunden sind die Kinder manchmal zur Schule unterwegs, bergauf und bergab auf steinigen Wegen. Besitzen sie keine Schuhe, werden die Füße wund und der Schulbesuch unzumutbar. Auch mit leerem Magen macht der Unterricht wenig Sinn, weil dann der Kopf leer bleibt. Es fehlt – verständlicherweise – die Kraft und die Motivation, die Schulbank zu drücken. Die Situation unzähliger Familien in Bergland von Guatemala ist katastrophal. Dort sieht die Aktion SEI SO FREI einen besonderen Auftrag zu helfen. Sieben Grundschulen betreut sie in Guatemala und trägt dazu bei, dass Kinder eine Zukunft haben.
Sport öffnet die Kinder. Die Regierung Guatemalas versorgt die abgelegenen Schulen in den Bergen nicht einmal mit dem Nötigsten: Die Anreize, regelmäßig zum Unterricht zu kommen, sind in diesen Gegenden gleich null. Anders stellt sich die Situation in den Schulen dar, die SEI SO FREI unterstützt, erzählt Mayra Orellana. Die SEI-SO-FREI-Mitarbeiterin in Guatemala ist zu Recht auf die Erfolge stolz. „Es ist für die Kinder einfach attraktiv, in die Schule zu gehen.“ Dabei sind die Schuhe, die sie erhalten, das regelmäßige einfache Essen und das Schulmaterial das eine. Die zweite Säule des Erfolgs sind die kleinen Sportplätze bei den Schulen. Hier geht es in dem abschüssigen Gelände nicht um die Möglichkeit, „Leibesübungen“ unterrichten zu können. Fußball, Handball oder Volleyball bedeutet den Kindern weit mehr. „Sie kommen alle aus einem sehr gewalttätigen Umfeld – in der eigenen Familie, im Dorf, in der Gesellschaft“, erklärt Mayra: „Beim Spielen können sie für einige Zeit die Welt vergessen, aus der sie kommen.“ Die Möglichkeit zu spielen leistet einen wesentlichen Beitrag zur psychischen Gesundheit der Kinder. Das zeigt sich unmittelbar in besseren schulischen Leistungen.
Weitere Sportplätze. „Wir hätten nie gedacht, dass sich die Mini-Sportplätze so positiv auswirken. Wir hielten sie für eine Draufgabe beim Bau der Schulen. Inzwischen ist uns klar, dass sie der Schlüssel zum Erfolg des Schulprojekts sind,“ sagt Franz Hehenberger von SEI SO FREI. Darum möchte SEI SO FREI weitere Sportplätze errichten, da erst vier der sieben Schulen damit ausgestattet sind.
Dieser Ausgabe der KIZ liegt ein Zahlschein der Aktion SEI SO FREI für die Unterstützung der Kinder in Guatemala bei.
SEI SO FREI Projektreferent Franz Hehenberger (von links) mit Mayra Orellana, die vor Ort in Guatemala die Schulen in den Bergdörfern betreut. Unterstützt wird sie dabei von ihrer Tochter Rashel Orellana und Gabriel Alejandro Ochoa. Rund 600 Kinder besuchen „SEI-SO-FREI-Schulen“.