„Wer der Orgel nie gelauscht hat, versteht nicht, wie sich die Ewigkeit entfalten kann“, schrieb der Philosoph Emil Cioran. Die Orgellandschaft Oberösterreichs bietet in seiner gleichnamigen – von August Humer initiierten und von der Landesmusikdirektion getragenen – CD-Reihe genug Möglichkeit, zu einem Lauschangriff auf Ewiges einzuladen. Auf der Nummer 10 der Reihe spielt der aus dem Innviertel stammende Organist Franz Danksagmüller, seit 1995 Professor für Orgel und Improvisation an der Lübecker Musikhochschule, auf den Orgeln der Pfarrkirchen Aschach an der Donau und Saxen. Diese Instrumente stammen aus der Werkstätte des Ottensheimer Orgelbauers Josef Breinbauer (1807 bis 1882). Danksagmüller lotet mit Musiken von Johann Christian Kittel bis Johannes Brahms die klangliche Breite der Instrumente raffiniert aus. Die junge Welser Organistin Elke Eckerstorfer spielt auf ihrer CD Nr. 11 die Orgeln der Pfarrkirchen Gramastetten und Ottensheim, die von Breinbauers Sohn Leopold (1859 bis 1920) erbaut wurden, und widmet sich dabei mit voller Klangkraft der Orgelromantik von Felix Mendelssohn Bartholdy bis Max Reger. Auf Nummer 12 stellt Erich Traxler weitere von Leopold Breinbauer erbaute Orgeln in der Wallfahrtsbasilika Maria Puchheim und der Wallfahrtskirche Maria Trost vor. Traxler spielt unter anderem auch Vorspiel und Fuge in c-Moll von Anton Bruckner, auf dessen Empfehlung Vater Breinbauer die Chrisman-Orgel der Jesuitenkirche umbaute. Drei Klangdokumente, von drei hochkompetenten heimischen Organisten eingespielt, die bei Weitem nicht nur einen gehörigen Blick auf die Orgelbaukunst von Vater und Sohn Breinbauer freigeben.