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Sonntag: Die andere Herrschaft Gottes

Mit dem Christkönigssonntag endet das Kirchenjahr. Im Mittelpunkt steht Christus, denn „durch ihn und auf ihn hin ist alles geschaffen“. Durch ihm kommt die Versöhnung auf die Welt.
Ausgabe: 2016/46
15.11.2016

Wort zum Sonntag

Der Christkönig


Zwischen zwei Präsidentenwahlen: Der Christkönig.
Kreuz und Krone erinnern an Jesus. Ich denke an das Jungschar-Logo meiner Kindheit: ein Kreuz, von einer Krone bekränzt. Zwei Zeichen, die bei Jesus zu einer besonderen Einheit werden. Wer an Könige denkt, denkt an die Märchenkönige und Schönheitsköniginnen. Könige sind uns vertraut aus Geschichtsbüchern, Klatsch- und Tratschmedien. Elvis war der King of Rockn’ Roll, viele Rosen werden für Ballköniginnen erworben. Mit diesen Vorstellungen lässt sich Jesus als König schwer verstehen.
Jesus hat Pontius Pilatus erklärt: „Mein Königtum ist nicht von dieser Welt“ (Joh 18,36).
Pilatus hat dies nicht verstanden und angeordnet, dass auf das Kreuz Jesu geschrieben wird: „Jesus von Nazaret, König der Juden!“ Noch viel schlimmer war der Spott, den der Gekreuzigte hören musste. Den Spott treiben mit ihm Menschen, die rund um das Kreuz stehen und nach der Kreuzigung nach Hause gehen, und genauso spottet einer der beiden Männer, die mit ihm gekreuzigt werden.
Bist du einmal unten, dann wird über dich noch hergezogen. Solche Beobachtungen sind schnell möglich: Ausrichten im Tratsch, Shitstorm auf Facebook, Spott beim Kreuz.
Es geht aber auch anders: Der andere Verbrecher, der neben Jesus gekreuzigt wird, bittet: „Jesus, denk an mich, wenn du in dein Reich kommst.“ Dieser zum Tode verurteilte Mensch hat als einer der wenigen am Kreuz das Königtum Jesu verstanden: Jesus ist ein König, der sich nicht drückt. Die Frage, warum Gott Leid nicht verhindert, verstummt nicht.
Der Sohn Gottes schenkt uns mehr als eine schnelle Antwort. Er teilt das Leid mit uns als unschuldig zum Tode Verurteilter. Er hat nicht daran gedacht, was andere tun sollen, sondern hat selbst das Kreuz riskiert und auf sich genommen. Daran zu denken bemühe ich mich.

Zum Nachdenken

Bei Jesus lernt man nicht, wie man das Wort Solidarität schreibt, sondern wie man solidarisch lebt.

34. Sonntag im Jahreskreis – Lesejahr C, 20. November 2016


1. Lesung

2 Samuel 5,1–3
Alle Stämme Israels kamen zu David nach Hebron und sagten: Wir sind doch dein Fleisch und Bein. Schon früher, als noch Saul unser König war, bist du es gewesen, der Israel in den Kampf und wieder nach Hause geführt hat. Der Herr hat zu dir gesagt:
Du sollst der Hirt meines Volkes Israel sein, du sollst Israels Fürst werden. Alle Ältesten Israels kamen zum König von Hebron;
der König David schloss mit ihnen in Hebron einen Vertrag vor dem Herrn,
und sie salbten David zum König von Israel.

2. Lesung

Kolosser 1,12–20
Dankt dem Vater mit Freude! Er hat euch fähig gemacht, Anteil zu haben am Los
der Heiligen, die im Licht sind. Er hat
uns der Macht der Finsternis entrissen
und aufgenommen in das Reich seines geliebten Sohnes. Durch ihn haben wir
die Erlösung, die Vergebung der Sünden.
Er ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene der ganzen Schöpfung. Denn in ihm wurde alles erschaffen im Himmel und auf Erden, das Sichtbare und das Unsichtbare, Throne und Herrschaften, Mächte und Gewalten; alles ist durch ihn und auf ihn hin geschaffen.
Er ist vor aller Schöpfung, in ihm hat alles Bestand.
Er ist das Haupt des Leibes, der Leib aber ist die Kirche.
Er ist der Ursprung, der Erstgeborene der Toten; so hat er in allem den Vorrang.
Denn Gott wollte mit seiner ganzen Fülle in ihm wohnen, um durch ihn alles zu versöhnen. Alles im Himmel und auf Erden wollte er zu Christus führen, der Friede gestiftet hat am Kreuz durch sein Blut.

Evangelium

Lukas 23,35b–43
Auch die führenden Männer des Volkes verlachten ihn und sagten: Anderen hat er geholfen, nun soll er sich selbst helfen, wenn er der erwählte Messias Gottes ist.
Auch die Soldaten verspotteten ihn; sie traten vor ihn hin, reichten ihm Essig und sagten: Wenn du der König der Juden bist, dann hilf dir selbst!
Über ihm war eine Tafel angebracht; auf ihr stand: Das ist der König der Juden. Einer der Verbrecher, die neben ihm hingen, verhöhnte ihn: Bist du denn nicht der Messias? Dann hilf dir selbst und auch uns! Der andere aber wies ihn zurecht und sagte: Nicht einmal du fürchtest Gott? Dich hat doch das gleiche Urteil getroffen. Uns geschieht recht, wir erhalten den Lohn für unsere Taten; dieser aber hat nichts Unrechtes getan. Dann sagte er: Jesus, denk an mich, wenn du in deiner Macht als König kommst. Jesus antwortete ihm: Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein.

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