Sie sollen Zahlen erlernen, damit sie den Rechnungen des Lebens gewachsen sind. Reden und Schreiben sollen sie lernen, damit sie Aufmerksamkeit finden. Für rund 43.000 Kinder in Österreich beginnt die Schulzeit. Auch wenn das Schlagwort vom „lebenslangen Lernen“ allgemein verbreitet ist, man mutet es doch eher den Kindern zu. Dabei kommt gerade den Erwachsenen das Gewohnte beständig abhanden – und sie müssen sich auf Veränderungen einstellen. Mit dem Erlernten aus der Jugendzeit wird man kaum umweltgerecht leben können. Im Grunde gilt es, das Gespür für das Verträgliche zu schärfen. Dem Begriff des „lebenslangen Lernens“ haftet der Geruch des Müssens, des Zwangsweisen an – als wäre man dazu verurteilt. In Wirklichkeit ist es die Chance, der Weg, der sich bietet.
Die Möglichkeit, sich auf jeweils neue Wirklichkeiten einzustellen, stirbt nicht mit dem Älterwerden. Sie ist kein Muss, sie ist ein Kann. Das gilt im Besonderen für eine Fähigkeit, die sich beim heutigen Wissen um die Welt immer mehr abzeichnet: die Kunst des sich Bescheidens. Die Schule der Zukunft hat nicht die Karrieren des Grenzenlosen im Auge, sie lernt mit den Begrenzungen zu leben. Es ist das Gespür für Endlichkeit.