40 Jahre nach der sogenannten „Revolution“ in Libyen und der Machtergreifung Muammar Gaddafis hat der Apostolische Vikar in Tripoli, Bischof Giovanni Martinelli, im Gespräch mit „Radio Vatikan“ die derzeitige kirchliche Lage in dem nordafrikanischen Land erläutert. Libyen entwickle sich zum Einwanderungsland, besonders für junge Asiaten und Afrikaner, so Martinelli; unter diesen Immigranten seien viele Christen. Hier setze die Arbeit der Kirche im Land an, die von staatlicher Seite „nicht behindert“ werde: „Es wird uns Respekt entgegengebracht, wir können uns im Land frei bewegen, Gottesdienst feiern und wir können uns durch unsere sozialen Aktivitäten einbringen, indem wir uns um die Immigranten annehmen, vor allem diejenigen, die in Auffanglagern leben müssen“, so der Bischof. Die Situation in dort sei oft katastrophal. Die Kirche stelle hier zumindest für die Christen einen Bezugspunkt dar auf der Suche nach einer Grundversorgung. Die Machtergreifung Gaddafis im Jahr 1969 hatte für die Kirche in Libyen dramatische Begleiterscheinungen. Mehr als 50.000 Katholiken italienischer und maltesischer Herkunft – vor allem Bauern und Arbeiter – wurden unter entwürdigenden Bedingungen über Nacht ausgewiesen. Die Kathedralen in Tripoli und Bengasi wurden zu Moscheen umgewandelt; viele der architektonisch eindrucksvollen Kirchen wurden zu Stallungen.