Wer das Internet nützt, hinterlässt Spuren. Diese sind meistens sehr schwierig zu beseitigen. Für Jobsuchende können feuchtfröhliche Partyfotos oder zweifelhafte Forumsbeiträge zum Karrierekiller werden.
Partys, saufen, schnorren. Das sind die Interessen, die ein Informatikstudent aus Wien bei seinem persönlichen Profil anführt. Passend dazu besteht sein digitales Album vorwiegend aus feuchtfröhlichen Partyfotos. Diese Informationen können nicht nur Freunde, sondern jeder Internetnützer über die Plattform StudiVZ abrufen. Ein paar Klicks genügen.
Schlimme Konsequenzen. Diese Unbedarftheit, allzu Privates zu offenbaren, ist kein Einzelfall, wie Mag. Michael Mollnhuber beobachtet. „Gerade bei persönlichen Fotos im Internet denken viele Bewerber/innen nicht an die möglichen Konsequenzen“, sagt Mollnhuber, der beim Jugendservice des Landes OÖ zum Berufseinstieg berät. Er weiß, dass der persönliche Online-Auftritt zum Stolperstein für die Karriere werden kann. Nämlich dann, wenn sich Arbeitergeber ein Bild über ihren zukünftigen Mitarbeiter machen wollen und dafür auch Online-Foren durchforsten. Laut einer aktuellen deutschen Studie (siehe Kasten) recherchieren viele Firmen systematisch online, bevor sie Bewerber einladen. Fotos von wilden Partys sind da naturgemäß wenig vorteilhaft.
Privates suchen nicht seriös. „Ich weise die jobsuchenden Jugendlichen ausdrücklich darauf hin, dass einmal hochgeladene Fotos wieder schwer von den Plattformen zu entfernen sind“, sagt Job-Coach Mollnhuber. Denn das Internet vergisst nicht so schnell. Gelöschte Beiträge sind über Suchmaschinen wie Google noch länger abrufbar, selbst wenn sie auf der eigentlichen Webseite nicht mehr aufscheinen. Bei Foren und Blogs hängt es vom guten Willen der Betreiber ab, ob diese verfängliche Bilder oder Texte wieder löschen. Einen Rechtsanspruch gibt es nicht. Vor diesem Hintergrund rät auch Mag. Irmgard Barosch, Personalberaterin bei Iventa, zur Vorsicht. Bewerber/innen sollten sich genau überlegen, was sie über sich im Internet preisgeben. Dennoch: Persönliche Verfehlungen oder Jugendsünden im Netz gezielt zu suchen, sei für Personalisten keine seriöse Vorgangsweise, betont sie: „Bei unseren Bewerbern überprüfen wir im Internet nur sachliche Informationen, wie etwa bisherige beruflichen Funktionen“.
Selbstdarstellung. Das Internet für die Selbstdarstellung zu nützen, empfielt unterdessen der deutsche Kommunikationsberater Klaus Eck. Als Ausgangspunkt sollten Jobsuchende ihren Namen googeln, um die eigene Internetpräsenz bewerten zu könne. Nach dieser Bestandsaufnahme, rät Eck, sollen sich Bewerber/innen auf Plattformen wie StudiVZ, Xing oder Twitter mit all ihren Vorzügen präsentieren. Um positiv aufzufallen: „Jeder Jobaspirant muss inzwischen damit rechnen, dass er von Arbeitgebern ergoogelt wird“, schreibt Eck in seinem Blog.