Zehn Männer und Frauen werden am Sonntag, 27. September (18.15 Uhr) im Linzer Mariendom durch Diözesanbischof Dr. Ludwig Schwarz ihre Sendung für den pastoralen Dienst in der Kirche erhalten. Sechs von ihnen werden als Pastoralassistent/innen in Pfarren zum Einsatz kommen, drei werden als Jugendleiter/innen wirken. Eine Kandidatin wird Altenheimseelsorgerin.
Mit zehn neuen Mitarbeiter/innen in der Seelsorge ist deren Zahl gegenüber dem Vorjahr gleich geblieben. Im Personalplan der Diözese Linz kommt diesen Laienmitarbeiter/innen große Bedeutung zu. In immer mehr Pfarren wird die Begleitung ehrenamtlicher Mitarbeiter/innen zu einer wichtigen Aufgabe. Dazu gehört vor allem die Begleitung von Seelsorgeteams. Bei den Pfarr- und Pastoralassistent/innen können zur Zeit nicht alle im Plan vorgesehenen Stellen besetzt werden, besonderer Bedarf besteht vor allem bei den Jugendleiter/innen.Voraussetzung für einen hauptamtlichen Pastoralberuf ist der Abschluss eines Theologiestudiums oder der Ausbildung am Seminar für kirchliche Berufe in Wiener Neustadt.
Religionslehrer/innen sind erste Ansprechpartner in Sachen Kirche
Dechanten würdigen Religionslehrer/innen als wichtigen Seelsorge-Beruf
„Was ich über Religion weiß, weiß ich aus dem Religionsunterricht.“ Auf immer mehr Menschen trifft das zu. Oberösterreichs Dechanten widmeten sich bei ihrer Herbstkonferenz ausführlich der Schnittstelle zwischen Pfarrseelsorge und Religionsunterricht.
80 Prozent aller oberösterreichischen Pflichtschulkinder – zur Zeit 116.350 – besuchen den katholischen Religionsunterricht. 3 Prozent sind evangelisch, 12 Prozent muslimisch. 1196 katholische Religionslehrer/innen stehen dafür zur Verfügung.
Einen Vormittag lang hielten die Dechanten mit den Regierungsinspektoren und den Vertreter/innen des Schulamtes Erfahrungsaustausch. Religion zu unterrichten bedeutet mehr, als nur Schulstoff zu unterrichten. An ihren Schulen sind Religionslehrer/innen für Kinder und Lehrer/innen-Kollegenschaft erste Ansprechpartner in Sachen Kirche. Doch manchmal gibt es enttäuschte Erwartungen, etwa, wenn sich Religionslehrer/innen zu wenig in ihrer Pfarre engagieren. Doch die Mehrheit der Religionslehrer/innen unterrichtet an mehreren Schulen, vielfach nicht in der eigenen Heimatpfarre. Die Zusammenarbeit mit der Pfarre bedarf daher der bewussten Gestaltung. Dechanten berichteten, wie sie etwa die Religionslehrer/innen aus ihrem Pfarrgebiet regelmäßig einladen. Es ist klar, dass man von Religionslehrer/innen entsprechende religiöse Praxis erwarten kann. Doch ihre erste Aufgabe ist es, den Religionsunterricht gut und engagiert zu gestalten.
Eva Rieder unterrichtet Religion in Steyr. 80 bis 90 Prozent der Kinder, erzählte sie, erleben zu Hause Religiöses praktisch gar nicht mehr, sie wissen nicht einmal, zu welcher Pfarre sie gehören. Religion ist für sie zur Fremdsprache geworden. Eva Rieder versteht sich da als eine Art Dolmetscherin in einer für die Kinder ganz neue Sprache des Lebens. Rudolf Pölzl unterrichtet seit 35 Jahren Religion in Laakirchen. „Ich bin dankbar, dass ich in einer Pfarre unterrichten darf, wo die Beziehung zwischen Pfarre und Schule stimmt“, erzählt er.
Von ihrem Pfarrer wünschen sich Religionslehrer/innen in erster Linie Interesse dafür, wie es ihnen an den Schulen geht. Beide Seiten – Religionslehrende und Dechanten – betonten, dass es in den allermeisten Fällen ein gutes Miteinander von Pfarre und Religionslehrenden gebe. Und wo es Probleme gibt, dort sei das Gespräch gefragt.
Neue Dechanten. Mag. P. Josef Kampleitner CSsR wurde für das Dekanat Schwanenstadt als neuer Dechant gewählt. Er folgt Josef Friedl nach. Für das Dekanat Wels-Land wurde Mag. Johann Wimmer als Dechant gewählt.
Jahr des Priesters. Diözesanbischof Dr. Ludwig Schwarz unterstrich vor den Dechanten das von Papst Benedikt XVI. ausgerufene „Jahr des Priesters“. Der Priesterberuf verweise in sich auf die Zukunft hin, auf die neue Schöpfung Gottes. Auch der Zölibat hätte seine Aussagekraft vor allem von dieser Zukunftsorientierung her.
Beitragsfreier Kindergarten. 132 Pädagoginnen, 83 Helferinnen und 61 Stützkräfte arbeiten seit September zusätzlich in den Caritaskindergärten. Das wurde im Rahmen des politisch umgesetzten beitragsfreien Kindergartens notwendig, berichtete Caritas-Direktor Mathias Mühlberger bei der Dechantenkonferenz. Fast jeder zweite Kindergarten und Hort steht in Oberösterreich in kirchlicher Trägerschaft. 16.700 Kinder besuchen kirchliche Kindergärten.