Vorarlberg hat gewählt. Auch wenn es nur ein kleines Bundesland ist und zudem eine ausgeprägte eigene politische Kultur hat, sodass die Ergebnisse nicht generell auf den Rest Österreichs übertragbar sind – eines sollte allen, in der Politik wie in der Zivilgesellschaft, zu denken geben: Die FPÖ konnte wieder an ihre stärksten Ergebnisse aus der Haider-Zeit anschließen. Das Einschwenken der Vorarlberger Freiheitlichen auf den radikal-oppositionellen, mit Fremdenfeindlichkeit und Rassismus unterlegten Kurs des Frontmanns H. C. Strache hat sich gelohnt. Man flog dafür zwar aus der Landesregierung, aber an der Wahlurne konnte man punkten.
Manche sagen jetzt, dass die „Ausgrenzung“ durch Landeshauptmann Sausgruber erst diesen Erfolg ermöglicht habe. Aber Rückgrat und Courage gibt es oftmals nicht umsonst. Und dass mehr als die Hälfte der Vorarlberger/innen ihrem Landeshauptmann die Stimme gab, könnte auch als Auftrag gesehen werden, dem Rassismus, der Fremdenfeindlichkeit und der Verächtlichmachung von Mitmenschen entschieden entgegenzutreten. Um das den Menschen glaubhaft zu vermitteln, braucht es aber nicht nur Worte. Wer will, dass mit der Ausgrenzung von Menschen auf Grund ihrer Religion, ihrer Herkunft oder ihrer Behinderungen kein politisches Kapital gewonnen werden kann, muss das Miteinander fördern. Wenn jetzt in den Schulen erneut Stunden für Integrationsklassen und den Förderunterricht gestrichen werden, ist das das falsche Signal. Wer Solidarität und Toleranz will, muss auch die Rahmenbedingungen schaffen, dass sie gelebt werden können.