Die 6. und. 7 Klassen des Petrinum-Gymnasiums diskutierten vergangenen Montag mit Politikern über Jugendthemen. Die jungen Erstwähler/innen bewiesen große Sachkompetenz und Interesse an der Politik.
Die Landtagswahlen werden für sie eine Premiere sein. Der Großteil der Schüler/innen, die an diesem Montagvormittag im Linzer Gymnasium Petrinum über politische Jugendthemen diskutiert, darf am nächsten Sonntag zum ersten Mal ihr Kreuzchen auf dem Stimmzettel machen. Unter dem Motto „Jugend trifft Politik“ bringt die Katholische Jugend Schüler/innen mit Landespolitiker/innen direkt in Kontakt. Direktor Mag. Franz Asanger sieht darin für die Schüler/innen „einen Beitrag für die Wahlentscheidung“. Die 17-jährige Lisa Deixel-Wimmer erhofft sich von den Politiker/innen mehr zu hören als die üblichen Standardphrasen. Damit diese möglichst konkrete Fragen gestellt bekommen, erarbeiten die Schüler/innen ihre Fragen gemeinsam mit Expert/innen.
Streitthema Westring. In der Kleingruppe „Mobilität“ – um ein Thema exemplarisch herauszugreifen – sind sich die Jugendlichen schnell einig: Projekte wie der Westring sind nicht sinnvoll, belasten die Umwelt und verhindern den Ausbau des öffentlichen Verkehrs. Mit der Frage, wieso die neue Autobahn in Linz dennoch gebaut werden soll, wollen sie die Politiker/innen am Podium konfrontieren: die Landesräte Josef Ackerl (SPÖ) und Josef Stockinger (ÖVP), die Landtagsabgeordnete Ulrike Schwarz (Grüne) sowie den Nationalratsabgeordneten Manfred Haimbuchner (FPÖ). Während Ulrike Schwarz ganz auf Linie der Jugendlichen ist und den zusätzlichen Verkehr in Linz anprangert, befürworten die Vertreter der anderen Parteien den Westring. Für Josef Ackerl ist damit das Grundrecht der Pendler/innen auf Mobilität gesichert.Josef Stockinger glaubt an eine Entlastung der Innenstadt und Manfred Haimbuchner zweifelt daran, dass der Westring überhaupt noch gestoppt werden kann. In der Folge entwickelt sich eine spanndende Diskussion, die zeitlich etwas auf Kosten der anderen Themen geht, aber vor allem eines zeigt: Die Schüler/innen verfügen über eine außerordentlich gute Sachkenntnis zu den politischen Themen und lassen sich nicht mit einfachen Antworten so schnell abspeisen. Als Beobachter fragt man sich, ob es irgendeine Berechtigung hat, den Jugendlichen Politikverdrossenheit zu unterstellen. Ein gutes Zeugnis stellen auch die Jugendlichen den Volksvertreter/innen am Podium aus. „Die haben uns ernst genommen“, meint Lisa: „Obwohl, was ich wählen werde, habe ich vorher schon gewusst“.