Spätestens wenn Element Of Crime eine neue Platte rausbringen, ist es Gewissheit: Wir sind mitten im Herbst angekommen – ein Herbst voll bunter Blätter und letzten warmen Tagen, ein Herbst voll Erinnerungen an den Sommer und grauen Regentagen. „Wer nicht geht, kommt nie wieder, und wer bleibt, war nie weg“ skandiert Sven Regener gleich zu Beginn und es scheint, als wären sie tatsächlich nie von der Bildfläche verschwunden gewesen, alles so vertraut hier im Kosmos der Elemente. Da sind sie wieder, diese melancholisch dahinschmachtenden Liebeslieder: „Ganz egal, woran ich gerade denke / Am Ende denke ich immer nur an dich“ oder gleich darauf das Hohelied auf „Deborah Müller“ mit der herrlich kitschigen Zeile: „Der liebe Gott liebt dich / Und wenn nicht, dann bin ich noch da“. Auch Straßenbahnen kreuzen einmal mehr die Texte von Sven Regener, genauso wie der ewig liebeskranke Vollidiot „In mondlosen Nächten“. Doch wenn man genau hinhört, gibt es doch ein paar dezente Neuerungen bei den Wahlberlinern: da ein leiser Countrybeat, dort eine folkige Note oder der Kinderchor in „Der weiße Hai“.
Mit diesem herrlichen Songzyklus im Gepäck werfen wir uns laut jauchzend in den schönsten Herbst seit der letzten Element-Platte und lassen den Sommer endgültig hinter uns.
- Element Of Crime – Immer da wo du bist, bin ich nie (erschienen bei Universal)