Das „Te deum der 1000“ erklingt am 26. Oktober in Linz – übrigens zum zweiten Mal, wie Recherchen der KirchenZeitung belegen. In der größten Kirche Österreichs wird damit von einem der größten Musiker Oberösterreichs ein Werk zu hören sein, an dessen Umsetzung 1000 heimische Musiker/innen mitwirken.
Das „Te deum“ wird oft als die Krönung des künstlerischen Schaffens von Anton Bruckner bezeichnet. Der Begriff „Te deum der 1000“ geht auf einen mysteriösen handschriftlichen Bleistifteintrag des legendären Domkapellmeisters Joseph Kronsteiner zurück: In der alten großen Partitur Bruckners notierte er auf Seite 28 mitten im Tenorsolo von „Te ergo quaesumus“ in krakeliger Schrift: „Te deum der Tausend, 8. September 1974, 16 Uhr, Dom“. Was manchen Rätsel aufgibt und die Frage nach sich zieht, ob dieses Werk in dieser Besetzung tatsächlich je aufgeführt wurde –, lässt sich durch einen Blick in die Chronik der KirchenZeitung leicht aufklären: Am 1. September 1974 kündigte die „Linzer Kirchenzeitung“ das Konzert für 8. September an. Am 15. September folgte nach der Aufführung ein kurzer Artikel: „... der 8. September bleibt in besonders gutem Andenken in der Chronik verzeichnet“, so die „LKZ“ und berichtete weiter, dass „Tausende von Gläubigen und von Freunden der Musik Anton Bruckners“ an diesem Hörgenuss teilnahmen. Ähnliches wird nun für das Großereignis im Jahr der Kulturhauptstadt Ende Oktober erwartet.
Oberösterreichs Musikwelt bei Linz09. Initiator dieses Projekts ist Mag. Josef Habringer, Domkapellmeister und Chorleiter mehrerer Ensembles. Zum Te deum der 1000 hat er einen besonderen Bezug: als Schüler im Petrinum erlebte er damals Hermann Kronsteiner – den Bruder von Joseph – im Musikunterricht. Mehrmals sagte Kronsteiner „das Te deum müsste man im Dom einmal mit 1000 Leuten machen“. Diese Idee griff Habringer heuer erneut auf und reichte sie bei der Intendanz von Linz09 ein – mit Erfolg. „Dieses Ereignis ist durch und durch oberösterreichisch“, freut sich Habringer. Mit Wolfgang Kreuzhuber und Rudolf Jungwirth an den beiden Orgeln des Mariendoms, der Chororgel und der Rudigierorgel, wird der imposante Kirchenraum am 26. Oktober eröffnet – nach den Orgelimprovisationen folgt die Aufführung des „Te deums“ u. a. mit dem Domchor, dem Collegium Vocale, dem Chor des Musikgymnasiums und des Diözesankonservatoriums. Die Proben für dieses Großereignis unter der Gesamtleitung von Josef Habringer haben bereits begonnen. Man darf gespannt sein! - 26. 10., 20 Uhr. Kostenlose Platzkarten sind im Domcenter Linz (Tel. 0732/946 100) und im „Linz09“-Infocenter erhältlich, Info: www.linz09.at
Bruckner im Dom. Zunächst werden am 26. Oktober die Orgeln erklingen. Danach folgt die Aufführung des Te deums mit 1000 Musikern aus Oberöstereich.