Im Dezember wird viel gekauft. Aber braucht man alles, was man kauft? Verbessert oder verschönert es das Leben? Hat man vielleicht schon etwas Ähnliches? Was passiert, wenn man es nicht kauft?
Ausgabe: 2016/49
06.12.2016
- Brigitta Hasch
360 Euro pro Person, das waren in Österreich die durchschnittlichen Ausgaben für Weihnachtseinkäufe im letzten Jahr. Besonders viele Packerl werden für Kinder besorgt, weil Eltern oft glauben, dass die Menge eine Rolle spielt – „Masse statt Klasse“.
So klingeln die Kassen
Ein Weihnachtsbummel durch die Stadt hat nur mehr wenig Gemütliches oder Besinnliches an sich. Menschen jagen hektisch durch die Straßen, Musik tönt aus den Lautsprechern und Angebote wetteifern in den Auslagen um die Aufmerksamkeit der möglichen Käuferinnen und Käufer. Im Bereich der Erwachsenen arbeiten viele Firmen erfolgreich mit Nostalgie. Mit schönen Erinnerungen an die Kindheit greift man schon einmal tiefer in die Taschen. Und auch das schlechte Gewissen gegenüber dem Nachwuchs wird – oft unterbewusst – angesprochen und verleitet zu mehr Käufen und höheren Ausgaben. Weil man das ganze Jahr über zu wenig Zeit hatte, versucht man dies mit vielen Geschenken auszugleichen. Eine Rechnung, die so in Wahrheit nicht aufgehen kann.
Zielgruppe Kinder
Besonderes Augenmerk wird auf die Konsument/innen von morgen gelegt. Ganz klar ist das beim Kauf von Spielsachen. Hier geben die meisten Kinder vor, was gekauft wird. Aber auch bei Lebensmitteln oder Bekleidung nimmt die Werbung diese Zielgruppe sehr gezielt ins Visier. Es geht darum, Kinder möglichst früh für ein Produkt zu interessieren und sie mit bestimmten Marken vertraut zu machen, bis spezielle Schuhe, Süßigkeiten oder Getränke zum ganz normalen Alltag gehören. Wer oft mit Kindern einkaufen geht, kennt vielleicht folgende Tricks, die von Psychologen empfohlen werden: - Kinder sollten vor dem Einkauf genug essen und trinken. - Kleinere Kinder sollten mit Blickrichtung zu den Eltern im Einkaufswagen sitzen. So haben sie nur eingeschränkte Sicht auf das bunte Warenangebot.
Eltern haben Vorbildwirkung
Wie so oft haben Eltern auch beim Konsumverhalten einen großen Einfluss auf den Nachwuchs. Wer sich selbst viel gönnt, aber die Kinder knapp hält, wirkt unglaubwürdig. Wer selbst Dinge kauft, um mit Freunden oder Nachbarn mithalten zu können, muss damit rechnen, dass sich auch die Kinder mit ihrer Umgebung messen und nicht nach dem tatsächlichen Nutzen oder der aktuellen Notwendigkeit einkaufen.
Bewusst konsumieren
Nicht nur zu Weihnachten, sondern das ganze Jahr über sollte man sich beim Kauf von neuen Dingen vor Augen halten, was zu Hause schon alles im Kasten liegt. Kleidungsstücke oder Bücher, die man selbst nicht mehr braucht, kann man über Flohmärkte oder Secondhand-Geschäfte wieder einer sinnvollen Verwendung zuführen. Niemand verlangt den Konsumstopp, eine Konsumbremse täte aber manchmal gut.
Aktion Gutes Leben des Kath. Familienverbandes. Aktionswoche „Wir steigen auf die Konsumbremse“, 5. bis 12. Dezember 2016. Info auf www.familie.at