Sie wollen nicht recht zusammenfinden: der Advent des öffentlichen Lebens und der Advent des Glaubens. Die Erwartung des einen Advents zielt auf erfolgreiche Geschäftsabschlüsse, auf Unterhaltung und gemütliche Momente am Punschstand. Der andere Advent weiß um ein Mehr an Leben, das gerade nicht von äußeren Dingen und Annehmlichkeiten abhängt. Wer – und das ist der Advent – Christus in dieser Welt erwartet, wird seine Maßstäbe ändern. Adventlich, also christlich betrachtet, sind Menschen nun nicht mehr nur Bürger und Bürgerinnen, die nach Recht und Gesetz zu behandeln sind, denen zu gewähren ist, was ihnen zusteht, und denen man zurecht verweigert, worauf sie nicht Anspruch haben. Die Menschwerdung Gottes in dieser Welt setzt die Menschen in ein neues Verhältnis zueinander: nicht mehr Bürger- und Bürgerinnen sind sie, sondern Schwestern und Brüder. Von nun an sollen sie sich wie Schwestern und Brüder verhalten. Schwestern und Brüder lässt man nicht fallen, ob alt oder jung, ob hierzulande oder sonst wo auf der Welt geboren. Der Advent bricht den Rahmen menschlicher Gesetze, übersteigt selbst die Menschenrechte – zugunsten einer neuen Menschlichkeit.