Der Welternährungsgipfel der FAO in Rom (16. bis 18. November) ist ohne konkrete Beschlüsse zur Bekämpfung des Hungers in der Welt zu Ende gegangen. Staats- und Regierungschefs der reichen Industriestaaten wie etwa der USA, Deutschlands oder Frankreichs, blieben dem Gipfel fern. Viele Hilfsorganisationen, darunter das deutsche katholische Hilfswerk Misereor, sind enttäuscht. „Auf die Halbierung der Zahl der Hungernden bis 2015 hatten sich die Regierungen dieser Welt bereits 1996 geeinigt. Seitdem hat sich aber diese Zahl um etwa 160 Millionen auf rund eine Milliarde erhöht. Dass die Regierungen heute dieses Ziel nur bekräftigen, zeigt, wie wenig Vertrauen sie in ihre eigenen Versprechen haben und dass ihnen überprüfbare Zielmarken unbequem sind“, sagt Alicia Kolmans, die als Abgesandte von Misereor beim Gipfel teilgenommen hatte. Papst Benedikt, der die Konferenz eröffnete, wies darauf hin, dass ausreichende und gesunde Ernährung sowie Zugang zu sauberem Trinkwasser Grundforderungen des vorrangigen Rechts auf Leben seien. „Nur im Namen der gemeinsamen Mitgliedschaft in der weltweiten Menschenfamilie kann jedes Volk und damit jedes Land gebeten werden, Solidarität zu üben, das heißt die Last konkreter Verantwortungen zu schultern“, so der Papst. Zugleich forderte er die Regierenden zum verstärkten Handeln gegen Umweltzerstörung und Klimawandel auf.