Kopf der Woche: P. Bernd Hagenkord SJ, Radio Vatikan
Ausgabe: 2009/49, offen informieren, Kopf der Woche, P. Bernd Hagenkord, Radio Vatikan, Rom, Prionvinzial, Jesuit
02.12.2009
- Hans Baumgartner
Seit knapp einem Monat leitet der 41-jährige Jesuit P. Bernd Hagenkord die deutsch-sprachige Abteilung von Radio Vatikan.
Nein, Freudensprünge habe er keine gemacht, als ihn sein Provinzial fragte, ob er nicht zu Radio Vatikan nach Rom gehen wolle, meint P. Hagenkord. „Andererseits war der Wiedereinstieg in die journalistische Arbeit schon eine faszinierende Herausforderung“, meint der Jesuit, dem der Abschied aus der Jugendseelsorge in Hamburg aber schwer fiel. Zu seiner „Linie“ bei Radio Vatikan verweist Hagenkord auf die Grundsätze seines Vorgängers, P. Eberhard von Gemmingen SJ: „Authentisch, ehrlich, offen und vollständig informieren.“ Es gebe derzeit – vor allem aus der rechten Ecke, aber nicht nur – jede Menge von Medienangeboten im Netz, die nur noch „Schnipsel von Informationen und viel draufgepackte Meinung“ verkaufen. „Wir glauben daran, dass wir mit einer ehrlichen, offenen Information, die sich bemüht, den Zuhörer/innen in den deutschsprachigen Ländern die Geschehnisse in Rom zu übersetzen, der Kirche am besten dienen.“
Erst gereift. Schon als Gymnasiast ist Hagenkord mit dem Rad durch die Gegend gefahren, um für eine lokale Tageszeitung kleine Bildberichte zu machen. Nach drei Jahren brach er das Studium der Geschichte und Journalistik ab, um einmal bei den Jesuiten zu schnuppern. Das Ordensleben hat den „in der Wolle“ katholisch gefärbten Münsterländer schon länger interessiert. „Aber warum ich damals den Schritt gemacht habe, kann ich bis heute nicht sagen. Meine Berufung ist eigentlich erst im Laufe der Ausbildung zum Jesuiten gereift.“ Nach seinen Studien in München und London arbeitete Hagenkord acht Jahre als Jugendseelsorger in Berlin und Hamburg, wo er auch Medienerfahrung sammelte.
P. Bernd Hagenkord SJ: „Manche in Rom meinen, dass die ganze Welt zuhört, wenn sie etwas sagen. Das tut sie aber nicht. Deshalb braucht es eine Übersetzung zwischen Rom und den Teilkirchen.“