Also, recht viel braver, als es Zickiwisch in den letzten Tagen ist, kann man wohl gar nicht mehr sein. Sogar für einen kleinen Engel ist er ausgesprochen brav. Er steht pünktlich auf, putzt sich ohne Murren die Zähne, poliert seinen winzigen Heiligenschein und staubt seine Flügel ab. Sogar sein Wolkenbett macht er selber!
Ausgabe: 2016/50
13.12.2016
- Monika Krautgartner
Ach, Weihnachten! Jetzt ist die Zeit, wo alle besonders brav sind, das ist im Himmel bei den kleinen Engeln nicht anders als auf der Erde. Zickiwisch weiß, dass nun bald das Christkind zu den Menschen kommt. Alleine der Gedanke an das Christkind bringt die Gesichter zum Strahlen. Zickiwisch war auch sehr fleißig in den letzten Wochen. Nirgendwo liegt noch ein Brief. Geschafft!
Als er schon umdrehen und zufrieden nach Hause fliegen will, hört er ein Glöckchen läuten. Sofort ist er aufmerksam, denn das Läuten eines Glöckchens ist oft ein Zeichen vom Christkind. Er folgt dem zarten Klingelton und landet bei einem alten, abgelegenen Haus. Zickiwisch ist ein bisschen mulmig zumute, aber er reißt sich zusammen. Da sieht er durch das Fenster ein kleines Mädchen am Tisch sitzen und weinen. Nanu? Wo gibt es denn das? Nur noch wenige Tage bis Weihnachten, und es gibt ein kleines Mädchen, das weint? Der Zickiwisch mit seinem weichen Herzen würde am liebsten mitweinen. Und was war das? Da lag tatsächlich noch ein Brief! Er war hinter den Holzstoß gerutscht! Zickiwisch wird heiß und kalt! Er hofft, dass das Mädchen bald schlafen geht, denn dann kann er schnell ihre Tränen trocknen und einen wunderschönen Traum über ihrem Kopf ausschütteln. Und den Brief aufheben! So etwas auch! Er hat ihn glatt übersehen. Doch das Christkind nicht.
Er ist so stolz darauf, dass er für das Christkind arbeiten darf. Wie gut es ist! Und wie lieb! Das Christkind kennt uns alle, denkt Zickiwisch froh, und darum wird auch niemand vergessen!