Marianne Kollmann vernetzt pfarrliches Engagement und Einsatz für die Weltkirche
Ausgabe: 2010/01, Sternsingerin, Kollmann, Einsatz, Weltkirche, St. Martin
05.01.2010
- Ernst Gansinger
Marianne Kollmann im Februar 2009 in Bangladesh mit der Mutter von Frater James, der in Rom studierte. Über ihn sind viele Hilfskontakte der St. Martiner nach Bangladesh gelaufen.
Unser Leben hier und das Leben von Menschen in armen Ländern in Verbindung zu bringen, ist eine Sternsinger-Einstellung. In diesem Sinn ist Marianne Kollmann aus St. Martin im Innkreis eine Ganz-Jahres-Sternsingerin.
Die pensionierte Lehrerin – sie unterrichtete Religion, Englisch und Zeichnen – war schon in etlichen Ländern und hat einige Zeit das Leben in Armut geteilt. Sie besuchte Projekte, für die sie in St. Martin und Umgebung Aufmerksamkeit und Solidarität geweckt hat.
Pfarrliches Engagement. Diese Solidarbesuche sind aber nur ein Teil der „Sternsinger-Haltung“ von Marianne Kollmann. Solidarität ist eine Frage von Gemeinschafts-Bewusstsein. Und dieses fängt in der eigenen Umgebung an – in der Pfarre, Gemeinde, am Arbeitsplatz ... In diesem Verständnis hat sich Frau Kollmann, seitdem sie 1982 nach St. Martin zugezogen ist, für sehr viele Dienste ansprechen lassen. Mit dem Gesangsverein „Harmonie 1872 St. Martin i. I.“, den sie leitete, gestaltete sie viele Gemeindeveranstaltungen und organisierte auch Hilfe für Albanien. In der Pfarre ist sie nicht nur Mitglied des Pfarrgemeinderates von Anbeginn an, sondern sehr aktiv im Liturgiekreis. Sie leitet auch Wort-Gottes-Feiern, ist Kommunionspenderin, Lektorin, Firmhelferin und initiierte den Krankenhausbesuchsdienst. Mehr als 20 Jahre hat sie die Sternsingeraktion in der Pfarre geleitet. In der „pfarrerlosen Zeit“ machte sie alle Dienste, die sie als Frau und Laienchristin ausüben durfte. 1982 gründete Marianne Kollmann die Sing- und Spielgruppe der Pfarre, die sie bis heute leitet. Die Einnahmen der jährlichen Theater- und Musicalaufführungen sowie in der letzten Zeit auch aus Vorträgen fließen sozialen und missionarischen Projekten zu, aktuell einer Solaranlage in der Diözese Arura in Uganda.
Weltkirchlicher Einsatz. St. Martin ist 2002 durch die Erkrankung des langjährigen Pfarrers Erich Stier für einige Zeit ohne Priester am Ort gewesen. Ausländische Priester kamen zur Aushilfe. Bei Bedarf gab ihnen Frau Kollmann Quartier und Verpflegung. Sie unterrichtete die Priester aus Afrika oder Indien und Bangladesh in der deutschen Sprache und übersetzte manche Predigt aus dem Englischen. Durch diese Priesteraushilfen sind wieder Vernetzungen in ihre Heimatländer entstanden. Und so wurde die Liste der Projekte mit Hilfe aus St. Martin länger: In Bangladesh sind es Projekte zur Frauenbeschäftigung, zum Wiederaufbau von Häusern, die vom Hochwasser zerstört wurden, und medizinische Hilfe. In Tansania wurde mithilfe der Nachbarspfarre Senftenbach und der MIVA sowie der Oö. Landesregierung ein Traktor mit Egge und Pflug finanziert. In Uganda ein Solar- und Wasserprojekt.