Ausgabe: 2010/01, Film, Taschenbücher, 5 x 2, Krebs
05.01.2010
Stapelweise Taschentücher wurden nassgeweint, als Rick Ilsa und ihren Mann ins Flugzeug setzte, als Scarlett O’Hara Rhett Butlers Liebe mit Füßen trat. „Casablanca“ und „Vom Winde verweht“ zählen zu jenen Filmen, die Generationen von Kinogehern und Fernsehern zu Tränen gerührt hat. Nicht nur beim ersten Mal, selbst bei der zehnten Wiederholung noch. Manche Filme sind nun einmal zum Heulen schön, fesseln uns an die Couch bis zum bitteren oder süßen Ende – und entlassen uns nach einem letzten wohlig-zufriedenen Schniefen wieder ins eigene Leben. In unser, angesichts des eben Geschauten, recht überschaubares, relativ sorgloses Leben, wunderbar unvergleichlich mit jenem der gebeutelten Leinwandhelden. Kleine Fluchten aus der Wirklichkeit sind’s, die uns erlauben, Emotionen zuzulassen, die uns möglicherweise an unser eigenes Schicksal erinnern, während derer wir uns hineinversetzen in die Hauptfiguren, mitleiden, uns vorstellen, was wir tun würden, wären wir an ihrer Stelle. „Ein rührender Film kann somit auch eine Trockenübung für Gefühle sein“, lässt sich im arte-Magazin lesen, in dem „fünf große Filme, die uns zu Tränen rühren“ angekündigt werden.
Herzerfrischende Filmtipps: „5 x 2 – Fünf mal zwei“ zum Beispiel (Mittwoch, 13. Jänner, 22.50 Uhr, arte), eine subtile, hervorragend gespielte Reflexion über Missverständnisse, über Unsicherheit und Einsamkeit zu zweit, über Gefühle und Sehnsucht. „In The Mood For Love – Der Klang der Liebe“ zum Beispiel (Donnerstag, 14. Jänner, 20.15 Uhr, arte), die faszinierend erzählte und kameraästhetisch formvollendete klassische Liebesgeschichte eines Paares, das keine Zukunft hat. „Zeit der Zärtlichkeit“ zum Beispiel (Montag, 18. Jänner, 20.15 Uhr, arte), mit fünf Oscars ausgezeichnete, hervorragend gespielte, mit leisem Humor gestaltete Szenen aus dem Leben einer Fünfzigjährigen und ihrer Tochter, die an Krebs stirbt.