Man kann Tränen lachen oder unter Tränen auch lächeln – und das über ein und dasselbe Thema. Beides wäre bei Wolfgang Murnbergers Besuch im Altersheim möglich. Auf das Augenmerk kommt’s an. Legt man es auf den Umgang, den Familie wie Direktion mit den alten Leuten pflegen, dann könnte man durchaus weinen. Vom Sohn hinausgeworfen, dem strengen Regiment des Heimleiterinnnendrachens unterworfen, ruhiggestellt, einsam dem Tod entgegendämmernd – dunkelgrau scheint die eigene Zukunft. Dass derartige Gedanken ganz rasch verschwinden, ist einem wunderbaren, zauberhaften Ensemble zuzuschreiben, das sich als „Die Spätzünder“ nicht mit fehlender Perspektive abfinden will. „Live is life“ ist eine berührende Komödie – über alte und junge Menschen, über ein glückendes Miteinander, ist ein Plädoyer, sich und andern zu trauen, zu vertrauen, das Leben in die eigene Hand zu nehmen und den Nachbarn dazu zu ermutigen, es auch zu tun. Uli Brée hat die anrührende Geschichte rund um einen erfolglosen Rockmusiker, der in einem Altersheim Sozialdienst leistet, um einer Haftstrafe zu entgehen, dort sein Talent zur Arbeit mit alten Menschen entdeckt und mit ihnen, auf ihre Anregung hin, eine Rockgruppe gründet, erfunden. Bibiana Zeller, Joachim „Blacky“ Fuchsberger, Libgart Schwarz und Hans-Michael Rehberg haben gemeinsam mit Jan Josef Liefers und Ursula Strauss den Figuren Leben gegeben, haben heimlich Pläne geschmiedet, ein bisserl erpresst, sich aufgelehnt und vor allem als „Rocco und die Herzschrittmacher“-Band unnachahmlich gerockt. Rebellion statt Depression. Fast eine Million Zuschauer beim ORF, fast acht Millionen in Deutschland haben vergangenen Mittwoch einen schlichtweg entzückenden Film angesehen, bei dem sicherlich auch die leisen Zwischentöne nicht ungehört blieben.