Das Christentum ist eine „schenkende Religion“. Vor aller persönlicher Leistung und moralischer Anforderung hat Gott das Heil zugesagt. Das hob Severin Renoldner bei der diesjährigen Gesellschaftspolitischen Tagung in Puchberg hervor. Am 27. und 28. Februar setzte sich dabei der Leiter des Sozialreferats mit dem ethisch guten bzw. rechten Maß auseinander. Weder ein „Zu-Wenig“, das aus Resignation oder Gleichgültigkeit kommt, noch ein „Zu-Viel“, das zur Überforderung und zum Kollaps führt, kann Positives in der Welt bewirken.
Als größte Bremse für mehr Gerechtigkeit und Gelassenheit im Umgang miteinander sieht Renoldner die Angst der Menschen, zu kurz zu kommen. Erst eine Politik, die Angst wegnimmt, kann soziale Verbesserungen erreichen. Erreichtes – so Renoldner – solle man auch feiern und: „Wir müssen nicht alles von unserem eigenen Tun erwarten, unsere Rolle ist es, mitzuwirken an dem, was auch Gott tut.“ Renoldner ermutigte zur „revolutionären Geduld“, von der auch Oscar Romero sprach: Viele Umbrüche brauchen Zeit und Gelassenheit, die Früchte der Bemühungen ernten andere, ermutigte Renoldner.