Die Frauenhäuser sind Kriseneinrichtungen für Frauen und Kinder, die von Gewalt bedroht oder betroffen sind. In den fünf Frauenhäusern in Oberösterreich sind knapp 40 Frauen untergebracht.
Einer dieser Zufluchts-Orte ist das Frauenhaus Innviertel in Ried/I. Das von Dr. Heide Kunkel geleitete Haus hat für sechs Frauen und 15 Kinder Platz. Aber es ist chronisch überbelegt.
Anonymität ist wichtig. Bis zu einem Jahr können die Frauen hier bleiben. Einen guten Schutz vor weiteren Gewalt-Nachstellungen der Männer, vor denen sie Schutz gesucht haben, bieten die Anonymität und das Mitarbeiterinnen-Team. Bedenkt man, dass jede fünfte Frau irgendwann von physischer, psychischer, sexueller, ökonomischer oder sozialer Gewalt betroffen ist, meist in irgendeiner kombinierten Form, nimmt sich die Zahl 40, für die in den Frauenhäusern Platz ist, sehr klein aus. Andererseits geht langsam die Schwelle herunter, was alles passieren muss, bis sich eine Frau durchringt, Hilfe in Anspruch zu nehmen, berichtet Heide Kunkel aus ihrer Erfahrung. Sie schränkt aber auch gleich wieder ein: „Wir haben das Jahr 2010. Und was Frauen heute noch als im Bereich der Normalität sehen, ist schon verblüffend. Viele Frauen waren schon in der Kindheit Opfer.“ Je länger eine Frau Opfer war, desto schwerer wird es für sie, daraus auszubrechen. Eine wichtige Aufgabe kommt hier der Öffentlichkeitsarbeit der Frauenhäuser zu. Mitarbeiterinnen informieren in Schulen und Bildungseinrichtungen.
Krisen-Folgen. Auch die Wirtschaftskrise macht sich bemerkbar. Finanziell angespannte Situationen können zu schwierigen Familienverhältnissen führen, in denen es zu Gewaltausbrüchen kommt.